Madhouse aka Party des Schreckens (1981) – BRD VHS – VCL – Varianten

Ein beschlagnahmter Horror-Klassiker mit Kultstatus unter VHS-Sammlern

Als Anfang der 1980er Jahre der Horrorfilm seinen Siegeszug in den Videotheken antrat, erschienen zahlreiche Titel, die aufgrund ihrer Gewaltdarstellung schnell in den Fokus der Behörden gerieten. Einer dieser Filme war Madhouse – Party des Schreckens, der 1983 bei VCL auf VHS veröffentlicht wurde. Was damals als einfacher Horrorfilm in den Videotheken stand, entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer der bekanntesten beschlagnahmten Videokassetten Deutschlands.

Die Handlung

Sieben Jahre sind vergangen, seit Julia Sullivan ihre Zwillingsschwester Mary zuletzt gesehen hat. Auf Drängen ihres Onkels besucht sie Mary in einer psychiatrischen Klinik. Doch das Wiedersehen verläuft alles andere als harmonisch. Mary ist durch eine seltene Krankheit schwer entstellt und von tiefem Hass gegenüber ihrer Schwester erfüllt. Kurz nach dem Besuch gelingt Mary die Flucht aus der Klinik. Während Julia die Vorbereitungen für ihren Geburtstag trifft, geschehen in ihrem Umfeld rätselhafte und brutale Morde. Niemand scheint zu wissen, wer hinter den Verbrechen steckt – bis die Vergangenheit die Familie einholt und sich die Ereignisse zu einem albtraumhaften Finale zuspitzen.

Zwischen Slasher und italienischem Horror

Regisseur Ovidio G. Assonitis verbindet amerikanischen Slasher mit den Stilmitteln des italienischen Giallo. Statt ausschließlich auf blutige Effekte zu setzen, lebt der Film von seiner düsteren Atmosphäre, den bedrückenden Bildern und einer permanenten Bedrohung, die sich langsam aufbaut.

Eine besondere Rolle spielt dabei der aggressive Rottweiler „Beast“, der nicht nur als Schockelement dient, sondern den gesamten Film über eine ständige Gefahr darstellt. Zusammen mit der eindringlichen Musik von Riz Ortolani entsteht eine unheilvolle Stimmung, die den Film deutlich von vielen anderen Horrorproduktionen seiner Zeit abhebt.

Die deutsche VCL-Erstauflage von 1983

Für Sammler ist vor allem die erste deutsche VHS-Auflage interessant.VCL veröffentlichte den Film 1983 im typischen kleinen Einleger mit geprägter VCL-Hartbox. Die Kassette besitzt zwei Etiketten und ein Wendecover mit alternativem Titelmotiv.

Bemerkenswert ist außerdem, dass im Film selbst lediglich der Titel „Party des Schreckens“ erscheint, obwohl die Kassette unter dem Namen „Madhouse – Party des Schreckens“ vermarktet wurde.

Die PAL-Laufzeit beträgt 88:46 Minuten.

Die einzige bekannte Kürzung

Obwohl der Film später indiziert und sogar beschlagnahmt wurde, ist die deutsche VHS nahezu vollständig erhalten geblieben.

Entfernt wurde lediglich eine rund 35 Sekunden lange Handlungsszene.

Julia bringt ihr Kätzchen in die Küche, gießt ihm Milch ein und bemerkt anschließend ein merkwürdiges Flackern des Lichts. Neugierig folgt sie dem Geräusch in Richtung Keller. Erst als sie die Kellertür öffnet, setzt die deutsche Fassung wieder ein.

Gewaltszenen sind von dieser Kürzung nicht betroffen.

Gerade deshalb überrascht der Vergleich mit der niederländischen Verleihfassung. Dort fehlen ausgerechnet mehrere der härtesten Gewaltszenen des Films, darunter die äußerst brutalen Angriffe des Hundes sowie die berüchtigte Bohrerszene. Die deutsche VHS enthält diese Sequenzen vollständig und verzichtet lediglich auf den kurzen Handlungsmoment vor dem Gang in den Keller.

Indizierung und Beschlagnahme

Bereits am 10. April 1984 landete die VCL-VHS im Bundesanzeiger auf dem Index jugendgefährdender Medien. Im Rahmen der gesetzlichen Folgeprüfung wurde der Titel 2009 erneut indiziert.

Noch einschneidender war jedoch die strafrechtliche Entwicklung. Das Amtsgericht München ordnete 1991 die Beschlagnahme an. Mit Rechtskraft vom 15. April 1992 wurde die Einziehung bestätigt. Grundlage war § 131 StGB, der damals zahlreiche Horrorfilme mit besonders drastischen Gewaltdarstellungen betraf.

Damit gehörte Madhouse – Party des Schreckens zu jener Gruppe legendärer deutscher VHS-Veröffentlichungen, die über viele Jahre nur noch unter Sammlern gehandelt wurden.

Veröffentlichungen weltweit

Neben den verschiedenen deutschen VCL-Auflagen erschienen später zahlreiche internationale Editionen.

Besonders gefragt sind heute die österreichischen Veröffentlichungen von XT Video, die britische Blu-ray von Arrow Video sowie die US-DVD von Dark Sky Films. Darüber hinaus existieren mehrere Bootleg-Ausgaben auf DVD und VHS, die den anhaltenden Kultstatus des Films innerhalb der Horrorszene widerspiegeln.

Sammlerfazit

Madhouse – Party des Schreckens gehört nicht zu den bekanntesten Horrorfilmen der 1980er Jahre, wohl aber zu den interessantesten deutschen VHS-Veröffentlichungen dieser Zeit.

Die nahezu ungekürzte VCL-Erstauflage, die spätere Beschlagnahme sowie die bewegte Veröffentlichungsgeschichte machen den Film bis heute zu einem begehrten Sammlerstück. Hinzu kommt eine gelungene Mischung aus Slasher, Giallo und psychologischem Horror, die auch mehr als vier Jahrzehnte nach ihrer Entstehung nichts von ihrer Wirkung verloren hat.


Technische Daten (VCL – 1. Auflage)

Originaltitel: There Was a Little Girl
Alternativtitel: Madhouse, And When She Was Bad, Flesh and the Beast, Scared to Death
Produktionsjahr: 1981
Herstellungsländer: Italien / USA
Regie: Ovidio G. Assonitis
Deutsche VHS: VCL (1. Auflage, 1983)
Bestellnummer: 29032
Laufzeit: 88:46 Min. (PAL)
Bildformat: ca. 1,78:1
Ton: Deutsch Mono
Freigabe: ungeprüft
Status: indiziert und beschlagnahmt
IMDb-ID: 0093468

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Neutroneninferno – BRD VHS – Phönix Home Video – Wendecover – VHS only 07/2026

Dunkle Sonne (1980) – Kalter Krieg, Atomangst und Science-Fiction aus der Tschechoslowakei

Mit Dunkle Sonne (Temné slunce) entstand 1980 ein ungewöhnlicher Science-Fiction-Thriller aus der damaligen Tschechoslowakei. Regisseur Otakar Vávra, einer der bedeutendsten tschechischen Filmemacher des 20. Jahrhunderts, verbindet in diesem Film Agententhriller, politische Satire und Science-Fiction zu einer Geschichte, die ganz im Zeichen der nuklearen Bedrohung des Kalten Krieges steht. Während westliche Produktionen dieser Zeit häufig auf spektakuläre Action setzten, verfolgt Dunkle Sonne einen deutlich nachdenklicheren Ansatz und beschäftigt sich mit den Gefahren wissenschaftlichen Fortschritts sowie dem weltweiten Wettrüsten.

Handlung

Der renommierte Kernphysiker Dr. Prokoff entwickelt einen neuartigen Hochleistungssprengstoff, dessen Zerstörungskraft alle bisherigen Waffen übertreffen soll. Die revolutionäre Erfindung weckt schnell das Interesse unterschiedlichster Gruppierungen. Internationale Konzerne, Geheimdienste, Terrororganisationen und skrupellose Waffenhändler versuchen gleichermaßen, an die geheimen Baupläne zu gelangen. Besonders gefährlich ist jedoch ein größenwahnsinniger Verbrecher, der mit Hilfe der neuen Technologie die Weltherrschaft an sich reißen möchte.Währenddessen entwickelt Professor Thomas eine neuartige Neutronenbombe. Obwohl weltweit Friedensdemonstrationen gegen die atomare Aufrüstung stattfinden und immer mehr Menschen vor den Folgen warnen, wird die Waffe schließlich gezündet.Aus dem Wettlauf um wissenschaftliche Erkenntnisse entwickelt sich ein dramatischer Kampf um Verantwortung, Macht und das Überleben der Menschheit.

Filminformationen

  • Deutscher Titel: Dunkle Sonne
  • Originaltitel: Temné slunce
  • Weitere Titel: Dark Sun, Die Neutronen-Bombe, Neutroneninferno
  • Herstellungsland: Tschechoslowakei 1980
  • Regie: Otakar Vávra
  • Genre: Science-Fiction, Thriller, Drama

Die Besetzung

Zu den Darstellern gehören zahlreiche bekannte Schauspieler des tschechoslowakischen Films:

  • Radoslav Brzobohatý
  • Jiří Bartoška
  • Josef Vinklář
  • Ladislav Mrkvička
  • Marta Vančurová
  • Jana Brejchová

Gerade Jiří Bartoška, der später zu den bekanntesten Schauspielern Tschechiens gehörte und viele Jahre das Internationale Filmfestival Karlovy Vary leitete, zählt zu den bekanntesten Gesichtern der Produktion.

Hintergrund

Otakar Vávra gehörte über mehrere Jahrzehnte zu den prägendsten Regisseuren der tschechoslowakischen Filmgeschichte. Seine Karriere begann bereits in den 1930er-Jahren und umfasste historische Monumentalfilme, Literaturverfilmungen und gesellschaftskritische Dramen.

Mit Dunkle Sonne griff Vávra die damals allgegenwärtige Angst vor einem Atomkrieg auf. Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre erreichte das Wettrüsten zwischen NATO und Warschauer Pakt einen neuen Höhepunkt. Die Entwicklung von Neutronenwaffen, Mittelstreckenraketen und immer leistungsfähigeren Kernwaffen bestimmte die politische Diskussion weltweit.

Der Film nutzt dieses reale Bedrohungsszenario als Grundlage für einen spannenden Thriller, der zugleich die Verantwortung von Wissenschaftlern und Politikern hinterfragt. Anders als viele westliche Genrefilme verzichtet Dunkle Sonne weitgehend auf spektakuläre Effekte und konzentriert sich stattdessen auf politische Intrigen, moralische Konflikte und die möglichen Folgen eines nuklearen Wettrüstens.

Die deutsche VHS

In Deutschland erschien Dunkle Sonne bei Phönix Home Video unter dem Titel Neutroneninferno

  • Bildformat: 1,33:1 (Vollbild)
  • Ton: Deutsch (Mono)
  • TV-Norm: PAL
  • Bestellnummer: 4049

Besonderheiten der Veröffentlichung

  • Rote Verleihtape-Kassette
  • Transparente Buchhülle
  • Rückseite des Covers mit Werbung für den Dokumentarfilm „Motorom“
  • Coverangabe der Laufzeit: ca. 120 Minuten

Gerade die ungewöhnliche Gestaltung der Verpackung macht diese Veröffentlichung zu einer kleinen Besonderheit. Die transparente Buchhülle und die rückseitige Werbung für einen völlig anderen Film sind selbst für frühe VHS-Veröffentlichungen eher ungewöhnlich und verleihen der Kassette heute einen besonderen Sammlerwert.

VHS-only in Deutschland

NEUTRONENINFERNO gehört in Deutschland zu den Filmen, die nie offiziell auf DVD oder Blu-ray veröffentlicht wurden. Die Verleitape-Kassette stellt somit bis heute die einzige deutsche Heimkinoveröffentlichung dar und macht den Film zu einem VHS-only-Titel.

Insbesondere osteuropäische Science-Fiction-Produktionen jener Zeit wurden auf dem deutschen Markt häufig nur in kleinen Stückzahlen veröffentlicht und verschwanden anschließend schnell wieder aus dem Handel. Entsprechend selten tauchen gut erhaltene Exemplare heute auf.

Bedeutung für VHS-Sammler

Die Verleitape-Ausgabe besitzt unter Sammlern früher deutscher Videokassetten einen besonderen Stellenwert. Nicht nur die seltene rote Kassette und die transparente Buchhülle stechen hervor – auch die ungewöhnliche Gestaltung der Coverrückseite macht diese Veröffentlichung zu einem interessanten Zeitdokument der frühen VHS-Ära.

Da Dunkle Sonne ausschließlich auf VHS erschien und nie eine digitale Neuveröffentlichung erhielt, zählt die Kassette heute zu den gesuchten Veröffentlichungen osteuropäischer Science-Fiction-Filme.

Dunkle Sonne ist ein außergewöhnlicher Science-Fiction-Thriller, der die Ängste des Kalten Krieges aufgreift und sie mit einer spannenden Agentengeschichte verbindet. Statt spektakulärer Spezialeffekte setzt Regisseur Otakar Vávra auf politische Spannung, moralische Fragestellungen und die Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Menschheit. Gerade dadurch wirkt der Film auch Jahrzehnte nach seiner Entstehung erstaunlich aktuell.

Für Liebhaber osteuropäischer Genrefilme bietet Dunkle Sonne einen interessanten Gegenentwurf zum westlichen Science-Fiction-Kino der 1980er-Jahre. Für VHS-Sammler besitzt der Film darüber hinaus einen besonderen Reiz: Als deutscher VHS-only-Titel mit seltener Verleitape-Veröffentlichung, roter Kassette und ungewöhnlicher Buchhülle gehört Dunkle Sonne zu jenen nahezu vergessenen Videothekenfilmen, die heute vor allem durch ihre Seltenheit und ihren historischen Charakter faszinieren.

Lethal Pursuit – Hölle in Flammen (1988) – BRD VHS – INTERCONTINENTAL HOME VIDEO – WENDECOVER – VHS only 07/2026

Spannender Independent-Actionthriller mit VHS-only-Status

Mit Lethal Pursuit schuf Regisseur Donald M. Jones einen ungewöhnlichen Actionthriller, der sich wohltuend von den großen Hollywood-Produktionen seiner Zeit abhebt. Statt auf unbesiegbare Elitekämpfer, internationale Verschwörungen oder überdimensionierte Explosionen setzt Jones auf eine glaubwürdige Geschichte, deren tödliche Eskalation aus einer scheinbaren Alltagssituation entsteht. Gerade diese Bodenständigkeit macht den Film auch heute noch zu einem interessanten Geheimtipp des amerikanischen Independent-Kinos der späten 1980er-Jahre.

In Deutschland erschien der Film ausschließlich auf VHS und zählt damit zu den VHS-only-Titeln.

Die Handlung

Nach einem Konzert der erfolgreichen Popsängerin Debra geraten drei übermütige Jugendliche in Streit mit einer Gruppe professioneller Autodiebe. Was zunächst wie eine harmlose Auseinandersetzung um einige Dollar aussieht, entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit zu einem tödlichen Albtraum. Die Gang um den skrupellosen Warren hat kurz zuvor einen wertvollen Rolls-Royce gestohlen und kann sich keinerlei Zeugen leisten. Als einer der Gangster unvorsichtig Informationen preisgibt, fällt die Entscheidung: Die Jugendlichen müssen sterben. Zwei der Freunde werden brutal ermordet. Der dritte überlebt schwer verletzt und wird von Debra und ihrem Freund Mikey gefunden. Während sie versuchen, ihm zu helfen, geraten sie selbst ins Visier der Verbrecher. Zusätzlich verschärft sich die Situation dadurch, dass Warren und Debra eine gemeinsame Vergangenheit verbindet. Der Gangster hofft, seine frühere Jugendliebe zurückzugewinnen – doch stattdessen entwickelt sich ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel, bei dem niemand mehr sicher ist.

Filminformationen

  • Deutscher Titel: Lethal Pursuit – Hölle in Flammen
  • Originaltitel: Lethal Pursuit
  • Herstellungsland: USA 1988
  • Regie: Donald M. Jones
  • Genre: Action, Thriller

Besetzung

  • Mitzi Kapture als Debra
  • Thom Adcox-Hernández als Mikey
  • Blake Bahner als Warren
  • weitere Darsteller aus dem Independent-Filmbereich der 1980er-Jahre

Mitzi Kapture wurde wenige Jahre später durch die Fernsehserie Silk Stalkings einem größeren Publikum bekannt.

Hintergrund

Regisseur Donald M. Jones gehörte nie zu den großen Namen Hollywoods, entwickelte sich aber innerhalb der Independent-Szene zu einem geschätzten Filmemacher. Bereits mit Filmen wie The Forest (1982) oder The Love Butcher (1975) bewies er, dass sich auch mit kleinen Budgets spannende und atmosphärische Genrefilme realisieren lassen.

Auch Lethal Pursuit folgt diesem Ansatz. Statt spektakulärer Actionsequenzen oder übertriebener Heldenfiguren entwickelt Jones seine Geschichte langsam und nachvollziehbar. Besonders bemerkenswert ist, dass die Gewalt nicht aus einer weltumspannenden Verschwörung entsteht, sondern aus einer Reihe unglücklicher Zufälle. Ein gestohlener Luxuswagen, ein missglücktes Gespräch und eine unbedachte Konfrontation reichen aus, um eine Kettenreaktion auszulösen, die immer weiter außer Kontrolle gerät.

Gerade dadurch wirken die Antagonisten besonders glaubwürdig. Sie handeln nicht aus sadistischer Freude am Töten, sondern aus dem Wunsch, ihre eigenen Verbrechen zu vertuschen. Diese nüchterne Motivation verleiht dem Film eine unangenehme Authentizität und unterscheidet ihn von vielen Actionfilmen der damaligen Zeit.

Auch erzählerisch geht Donald M. Jones ungewöhnliche Wege. Über einen längeren Zeitraum bleibt offen, welche Figuren tatsächlich die Hauptrollen übernehmen werden. Erst nach und nach verdichten sich die Handlungsstränge zu einem spannenden Thriller, dessen Eskalation logisch und konsequent aufgebaut ist.

Atmosphäre und Inszenierung

Obwohl Lethal Pursuit nur über ein vergleichsweise kleines Budget verfügte, gelingt Donald M. Jones eine bemerkenswert dichte Atmosphäre. Die kargen Wüstenlandschaften und abgelegenen Straßen verleihen dem Film einen rauen, beinahe einsamen Charakter und sorgen dafür, dass die wenigen Actionsequenzen besonders intensiv wirken.

Der Regisseur verzichtet bewusst auf übertriebene Spezialeffekte oder spektakuläre Explosionen. Stattdessen stehen glaubwürdige Figuren, sorgfältig aufgebaute Spannung und eine stetig zunehmende Bedrohung im Mittelpunkt. Gerade diese Zurückhaltung macht den Film auch heute noch überraschend wirkungsvoll.

Die deutsche VHS – ein VHS-only-Titel

In Deutschland erschien Lethal Pursuit – Hölle in Flammen ausschließlich auf VHS. Eine offizielle deutsche DVD- oder Blu-ray-Veröffentlichung erfolgte bislang nicht, wodurch der Film zu den interessanten VHS-only-Titeln zählt.

Technische Daten

  • FSK: 18
  • Laufzeit: 89:22 Minuten
  • Bildformat: 1,33:1
  • Ton: Deutsch (Mono)
  • TV-Norm: PAL

Eine Indizierung erfolgte nicht, sodass der Film trotz seiner harten Gewaltdarstellungen regulär im deutschen Videothekenhandel erhältlich war.

Bedeutung für VHS-Sammler

Gerade weil Lethal Pursuit nie offiziell auf DVD oder Blu-ray in Deutschland veröffentlicht wurde, besitzt die VHS heute einen besonderen Stellenwert. Der Film gehört zu jenen eher unbekannten Videothekenproduktionen, die seinerzeit zwischen den großen Actionhits leicht übersehen wurden.

Heute entdecken viele Sammler diese kleinen Independent-Produktionen neu. Sie stehen exemplarisch für eine Zeit, in der auch mit begrenzten finanziellen Mitteln spannende Genrefilme entstehen konnten, die nicht auf spektakuläre Effekte angewiesen waren.

RSF-Fazit

Lethal Pursuit ist ein unterschätzter Independent-Thriller, der zeigt, dass Spannung nicht zwangsläufig von riesigen Budgets oder spektakulären Actionszenen abhängt. Donald M. Jones erzählt eine einfache, aber hervorragend konstruierte Geschichte, deren tödliche Dynamik sich Schritt für Schritt aus alltäglichen Entscheidungen entwickelt. Dadurch wirken sowohl die Figuren als auch ihre Handlungen glaubwürdig und nachvollziehbar.

Wer einen klassischen 80er-Jahre-Actionfilm mit überzeichneten Superhelden erwartet, wird möglicherweise überrascht sein. Stattdessen bietet Lethal Pursuit einen atmosphärischen, intelligent aufgebauten Thriller mit sympathischen Figuren, überzeugender Spannungsdramaturgie und einer angenehm bodenständigen Inszenierung.

Nasty Hunter – Lady-Terminator (1989) – BRD VHS – HIGHLIGHT VIDEO – WENDECOVER

Indonesischer Kult-Trash zwischen Mythologie und Terminator-Kopie

Mit Nasty Hunter – Lady-Terminator gelang Regisseur H. Tjut Djalil (auch unter dem Namen Jalil Jackson bekannt) einer der außergewöhnlichsten und zugleich berüchtigtsten Actionfilme aus Indonesien. Hinter dem sperrigen Originaltitel Pembalasan Ratu Pantai Selatan (Die Rache der Königin der Südsee) verbirgt sich eine wilde Mischung aus Mythologie, Horror, Fantasy und kompromissloser Action, die unverkennbar von James Camerons The Terminator inspiriert wurde. Zahlreiche Szenen orientieren sich direkt am Hollywood-Vorbild, werden jedoch mit indonesischer Folklore kombiniert und ergeben so einen der größten Kultfilme des internationalen Trashkinos

Die Handlung

Die junge Anthropologin Tania reist nach Indonesien, um Forschungen über die legendäre Königin der Südsee anzustellen. Der Sage nach verführte die unsterbliche Herrscherin einst Männer und tötete sie nach dem Liebesakt. Erst ihr hundertstes Opfer konnte sie besiegen und nahm ihr ihre übernatürliche Macht. Vor ihrem Untergang schwor die Königin jedoch blutige Rache. Exakt hundert Jahre später sollte die Nachfahrin ihres Bezwingers sterben. Während eines Tauchgangs zu den Überresten des versunkenen Palastes wird Tania vom Geist der Königin besessen. Sie verwandelt sich in eine nahezu unverwundbare Killermaschine, die fortan erbarmungslos Jagd auf Erika, die Nachfahrin ihres einstigen Widersachers, macht. Was folgt, ist ein beispielloser Amoklauf. Ob Disco, Hotel oder Polizeistation – überall hinterlässt die „Lady Terminator“ Berge von Leichen. Kugeln zeigen keinerlei Wirkung, während Maschinengewehre, Explosionen und spektakuläre Schießereien den Bodycount immer weiter ansteigen lassen.

Filminformationen

  • Deutscher Titel: Nasty Hunter – Lady-Terminator
  • Originaltitel: Pembalasan Ratu Pantai Selatan
  • Weitere Titel: Lady Terminator, The Revenge of the South Seas Queen, Shooting Star, Terminator Woman, Snake Terminator: The Snake Wench Dies Twice
  • Herstellungsland: Indonesien: 1989
  • Regie: H. Tjut Djalil
  • Genre: Action, Fantasy, Horror, Trashfilm

Die Besetzung

  • Barbara Anne Constable als Tania / Lady Terminator
  • Christopher J. Hart als Max McNeil
  • Claudia Angelique Rademaker als Erika
  • Ikang Fawzi
  • Joseph P. McGlynn
  • Adam Stardust

Obwohl kaum einer der Darsteller internationale Bekanntheit erlangte, entwickelte sich insbesondere Barbara Anne Constable durch ihre Rolle als gnadenlose Killerin zu einer Kultfigur des asiatischen Exploitationkinos

Hintergrund

Auf den ersten Blick wirkt Lady Terminator wie ein dreister Nachahmer von James Camerons The Terminator. Tatsächlich übernimmt der Film zahlreiche ikonische Szenen nahezu unverändert: die unaufhaltsame Verfolgung der Hauptfigur, die Schießerei in einer Diskothek, das Massaker auf einem Polizeirevier oder sogar die berühmte Augen-Operation vor dem Spiegel erinnern deutlich an das Hollywood-Vorbild.

Gleichzeitig besitzt der Film aber eine eigene Identität. Statt eines Cyborgs aus der Zukunft steht die Handlung ganz im Zeichen der indonesischen Legende um die Nyai Roro Kidul, die mystische Königin der Südsee. Diese lokale Mythologie verbindet Regisseur H. Tjut Djalil mit kompromissloser Action, übernatürlichem Horror und einer gehörigen Portion Exploitation.

Das Ergebnis ist ein Film, der technisch oft unbeholfen wirkt, gerade dadurch aber seinen unverwechselbaren Charme entwickelt. Heute gilt Lady Terminator international als eine der bekanntesten Trashproduktionen Südostasiens.

Die deutsche VHS

erschien bei Highlight Video.

Technische Daten

  • FSK 18
  • Laufzeit: 74:28 Minuten
  • Bildformat: 1,33:1 (Vollbild)
  • Ton: Deutsch (Mono)
  • PAL
  • Große Hartbox mit Einleger
  • Wendecover mit zwei verschiedenen Motiven
  • Bestellnummer: 6757

Trailer vor dem Hauptfilm

  • Top Jets
  • Immer Ärger mit Bernie
  • Brennpunkt San Diego
  • Miss Daisy und ihr Chauffeur

Trailer nach dem Film

  • Schatten der Wüste

Besonderheiten:

Die verschiedenen Fassungen

Gerade bei Lady Terminator existieren weltweit mehrere unterschiedliche Schnittfassungen.

Deutsche Highlight-VHS

Die deutsche VHS ist nicht vollständig. Neben den bereits für den deutschen Markt vorgenommenen Gewaltschnitten fehlen weitere Szenen der internationalen Langfassung. Insgesamt ist die VHS deutlich kürzer als spätere Veröffentlichungen und enthält zusätzlich gekürzte Gewaltdarstellungen. Daher vermittelt sie nur einen eingeschränkten Eindruck der eigentlichen Härte des Films. (Schnittberichte)

Internationale Fassung

Spätere DVD-Veröffentlichungen, unter anderem von Mondo Macabro, präsentieren den Film weitgehend ungekürzt. Allerdings basiert selbst diese Version nicht vollständig auf der längsten bekannten Schnittfassung. Zusätzlich wurden für den indonesischen Markt in einigen Szenen digitale Lichtblitze über Nacktdarstellungen gelegt, während die internationale Exportfassung diese Zensureffekte nicht besitzt. Die US-DVD verwendet je nach Szene Material aus beiden Fassungen.

Japanische Columbia-VHS – die weltweit längste Fassung

Aus Sammlersicht besonders interessant ist die japanische VHS von Columbia.

Mit einer Laufzeit von rund 81:20 Minuten (NTSC) stellt sie bis heute die weltweit längste bekannte Fassung dar. Sie enthält:

  • die komplette internationale, unzensierte Exportfassung,
  • keine nachträglich eingefügten Lichtblitz-Zensuren über Nacktszenen,
  • mehrere zusätzliche Einstellungen und kurze Handlungsszenen, die in sämtlichen anderen bislang bekannten Veröffentlichungen fehlen.

Nach den detaillierten Vergleichen von Schnittberichte.com und Movie-Censorship.com gilt die japanische VHS deshalb bis heute als Referenzfassung des Films.

Indizierung

Die deutsche VHS wurde am 30. Juni 1990 indiziert und durfte anschließend nicht mehr öffentlich beworben werden. Nach Ablauf der gesetzlichen Frist erfolgte mit Entscheidung A 136/15 vom 15. Mai 2015 die Listenstreichung gemäß § 18 Abs. 7 JuSchG. Diese wurde am 29. Mai 2015 im Bundesanzeiger veröffentlicht. (Schnittberichte)

Bedeutung für VHS-Sammler

Durch ihre frühere Indizierung, das Wendecover und die auffällige Gestaltung zählt sie zu den Klassikern vieler deutscher VHS-Sammlungen.

International besitzt dagegen die japanische Columbia-VHS einen nahezu legendären Ruf. Sie gilt aufgrund ihrer zusätzlichen Szenen und ihrer vollständigen Exportfassung als die begehrteste Veröffentlichung des Films und erzielt unter Sammlern entsprechend hohe Preise.

RSF-Fazit

Nasty Hunter – Lady-Terminator ist weit mehr als nur ein billiger Terminator-Abklatsch. Zwar übernimmt der Film zahlreiche Ideen und ganze Szenen aus James Camerons Klassiker, verbindet diese aber mit indonesischer Mythologie, exzessiver Gewalt, Fantasy-Elementen und einer gehörigen Portion Wahnsinn. Das Ergebnis ist ein einzigartiger Genre-Mix, der sich jeder klassischen Einordnung entzieht.

Aus heutiger Sicht zählt Lady Terminator zu den bekanntesten Kultfilmen des asiatischen Trashkinos. Gerade wegen seiner kompromisslosen Inszenierung, seiner kuriosen Geschichte und seiner zahlreichen internationalen Schnittfassungen gehört er zu den spannendsten Sammelobjekten der VHS-Ära. Während die deutsche Highlight-Kassette vor allem durch ihre ehemalige Indizierung interessant ist, stellt die japanische Columbia-VHS für viele Fans die ultimative Version dieses außergewöhnlichen Kultfilms dar.

Lady Avenger (1988) – BRD VHS – VIDEO NEWS – WENDECOVER

Rachefeldzug einer Frau gegen ein brutales Verbrechersyndikat

Mit Lady Avenger inszenierte David DeCoteau einen kompromisslosen Actionfilm, der die damals populären Selbstjustiz- und Rachefilme der 1980er-Jahre aufgreift. Bevor DeCoteau vor allem durch seine Horrorfilme und zahlreiche Direct-to-Video-Produktionen bekannt wurde, drehte er mehrere harte Action- und Exploitationfilme für den internationalen Videomarkt. Lady Avenger gehört zu diesen frühen Arbeiten und verbindet klassische Vigilanten-Action mit Elementen des Frauen-Actionkinos. In Deutschland entwickelte sich der Film durch seine Indizierung und die markante VHS-Veröffentlichung schnell zu einem begehrten Videotheken-Titel.

Handlung

Die junge Candy führt zunächst ein unbeschwertes Leben, bis sie Opfer eines brutalen Verbrechens wird. Eine skrupellose Gang überfällt sie, misshandelt sie schwer und zerstört ihr bisheriges Leben innerhalb weniger Stunden. Da Polizei und Justiz gegen die Verantwortlichen machtlos erscheinen oder kein ernsthaftes Interesse an einer Aufklärung zeigen, fasst Candy einen folgenschweren Entschluss: Sie nimmt das Gesetz selbst in die Hand. Mit Unterstützung eines ehemaligen Kampfsportexperten beginnt sie eine harte Ausbildung und verwandelt sich Schritt für Schritt in eine gefährliche Kämpferin. Bewaffnet mit ihren neuen Fähigkeiten startet sie einen kompromisslosen Feldzug gegen das Verbrechersyndikat. Einer nach dem anderen wird zur Strecke gebracht, bis schließlich der Drahtzieher der Organisation selbst ins Visier der „Lady Avenger“ gerät.

Filminformationen

  • Deutscher Titel: Lady Avenger
  • Originaltitel: Lady Avenger
  • Herstellungsland: USA 1988
  • Regie: David DeCoteau
  • Genre: Action, Thriller, Rachefilm
  • Besetzung

Zu den Darstellern gehören mehrere bekannte Gesichter des amerikanischen B-Actionkinos:

  • Peggy McIntaggart als Candy
  • John Martin
  • Frank Stallone
  • William Butler
  • Michelle Bauer

Besonders Frank Stallone, der Bruder von Sylvester Stallone, war in den 1980er-Jahren regelmäßig in Action- und Independentproduktionen zu sehen. Auch Michelle Bauer, eine Ikone des amerikanischen B-Horror- und Exploitationfilms, gehört zur Besetzung und arbeitete mehrfach mit David DeCoteau zusammen.

Hintergrund

Regisseur David DeCoteau begann seine Karriere in den 1980er-Jahren bei Roger Corman und entwickelte sich schnell zu einem der produktivsten Independent-Regisseure Hollywoods. Während er später vor allem Horrorfilme wie die Puppet Master-Reihe oder zahlreiche Full-Moon-Produktionen inszenierte, entstanden zu Beginn seiner Laufbahn mehrere Actionfilme für den boomenden Videothekenmarkt. Lady Avenger orientiert sich deutlich an erfolgreichen Selbstjustizfilmen wie Ein Mann sieht rot (Death Wish) oder Sudden Impact, überträgt deren Grundidee jedoch auf eine weibliche Hauptfigur. Gleichzeitig greift der Film Motive der sogenannten „Rape-and-Revenge“-Filme auf, verzichtet jedoch weitgehend auf übertriebene Exploitation und konzentriert sich stärker auf den anschließenden Rachefeldzug.

Die deutsche VHS

Die deutsche VHS erschien bei EVC Video News.

  1. FSK: 18
  2. Laufzeit: 78:40 Minuten (75:37 Minuten ohne Abspann)
  3. Bildformat: 1,33:1
  4. Ton: Deutsch (Mono)
  5. TV-Norm: PAL
  6. Große Klappbox mit Wendecover
  7. Bestellnummer: 110
  8. Falsche Laufzeitangabe auf dem Cover (ca. 90 Minuten)

Die deutsche VHS erschien nicht vollständiBekannt sind insgesamt vier Zensurschnitte mit einer Gesamtlänge von rund 46 Sekunden. Dabei wurden überwiegend härtere Gewaltmomente gekürzt, um die Chancen auf eine Freigabe zu erhöhen. Trotz der Kürzungen erhielt der Film eine FSK-18-Freigabe.

Indizierung

Ungeachtet der vorgenommenen Schnitte wurde Lady Avenger bereits kurz nach seiner Veröffentlichung indiziert.

Die Aufnahme in den Index erfolgte mit Entscheidung Nr. 3476 (V) vom 9. Februar 1989 und wurde im Bundesanzeiger Nr. 41 vom 28. Februar 1989 veröffentlicht.

Nach Ablauf der gesetzlichen Frist wurde der Film mit Entscheidung Nr. 5991 vom 7. November 2013 gemäß § 18 Abs. 7 JuSchG wieder aus dem Index gestrichen. Die Listenstreichung erschien am 31. Januar 2014 im Bundesanzeiger.

RSF-Fazit

Lady Avenger ist ein typischer Vertreter des amerikanischen Direct-to-Video-Actionkinos der späten 1980er-Jahre. Der Film setzt weniger auf große Schauwerte als auf eine geradlinige Rachegeschichte, handgemachte Action und das damals äußerst beliebte Motiv der Selbstjustiz. Auch wenn die Inszenierung vergleichsweise schlicht ausfällt, sorgt David DeCoteau für ein hohes Erzähltempo und liefert solide Videothekenunterhaltung.

Für Fans klassischer B-Actionfilme ist Lady Avenger ein interessantes Zeitdokument einer Ära, in der solche Produktionen fester Bestandteil nahezu jeder Videothek waren. Für VHS-Sammler besitzt insbesondere die deutsche EVC Video News-Klappbox einen besonderen Stellenwert. Die ehemalige Indizierung, das seltene Wendecover und die gekürzte Erstauflage machen sie heute zu einer gesuchten Veröffentlichung aus der Blütezeit des deutschen VHS-Marktes.

Indio (1989) – BRD VHS – HIGHLIGHT – WENDECOVER – VHS only 07/2026

Actionabenteuer mit Umweltbotschaft und VHS-Only-Status

Mit Indio inszenierte der italienische Kultregisseur Antonio Margheriti (Asphalt-Kannibalen, Der Commander, Sie nannten ihn Mücke) einen actionreichen Dschungelthriller, der klassische Rachefilm-Elemente mit einer deutlichen Kritik an Umweltzerstörung und der Ausbeutung indigener Völker verbindet. Der Film entstand auf dem Höhepunkt der weltweiten Diskussion über die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes und zählt zu den späten internationalen Genrefilmen Margheritis.

In Deutschland erschien Indio ausschließlich auf VHS und gehört damit zu den gesuchten VHS-only-Titeln.

Die Handlung

Der junge Daniel Morell trägt das Blut brasilianischer Ureinwohner in sich. Als Kind wurde er adoptiert und wuchs in den Vereinigten Staaten auf. Nach seiner Ausbildung bei den US-Marines kehrt er erstmals in seine ursprüngliche Heimat, den brasilianischen Regenwald, zurück. Dort erwartet ihn jedoch eine schockierende Realität. Ein internationaler Großkonzern lässt den Dschungel rücksichtslos roden, um an wertvolle Rohstoffe zu gelangen. Ganze Dörfer werden zerstört, die indigene Bevölkerung vertrieben oder ermordet. Daniels Versuch, zwischen den Verantwortlichen und seinem Volk zu vermitteln, scheitert. Stattdessen gerät er selbst ins Visier der skrupellosen Konzernleitung. Nach seiner Verhaftung soll Daniel beseitigt werden, doch ihm gelingt die Flucht. Mit seinem militärischen Können nimmt er den Kampf gegen die schwer bewaffneten Söldner auf. Unterstützt von den Bewohnern des Regenwaldes beginnt ein erbarmungsloser Rachefeldzug gegen jene, die seine Heimat zerstören und sein Volk auslöschen wollen.

Filminformationen

  • Deutscher Titel: Indio
  • Originaltitel: Indio
  • Herstellungsland: Italien 1989
  • Regie: Antonio Margheriti
  • Drehbuch: Tito Carpi
  • Genre: Action, Abenteuer, Dschungel-Thriller

Besetzung

Die Hauptrollen sind mit bekannten Gesichtern des internationalen Action- und Genrefilms besetzt:

  • Francesco Quinn als Daniel Morell
  • Marvelous Marvin Hagler als Shany
  • Laura Gemser als Karen
  • Robert Forster als Richard Crawford
  • Charles Napier als Pearson

Besonders Francesco Quinn, Sohn des legendären Schauspielers Anthony Quinn, verkörpert den zwischen zwei Welten stehenden Daniel überzeugend. Eine weitere Besonderheit ist der Auftritt des mehrfachen Boxweltmeisters Marvelous Marvin Hagler, der Ende der 1980er-Jahre mehrfach im italienischen Actionkino zu sehen war.

Hintergrund

Regisseur Antonio Margheriti gehörte zu den produktivsten Filmemachern Italiens. Seit den 1960er-Jahren drehte er Horror-, Science-Fiction-, Kriegs- und Actionfilme und arbeitete häufig mit internationalen Schauspielern zusammen. Seine Filme wurden oft für den weltweiten Videomarkt produziert und erfreuten sich besonders in Deutschland großer Beliebtheit.

Indio entstand zu einer Zeit, in der die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes weltweit immer stärker in den Fokus rückte. Der Film greift Themen wie Umweltzerstörung, Landraub und die Unterdrückung indigener Völker auf, verpackt diese jedoch in die Struktur eines klassischen Actionfilms. Inhaltlich erinnert die Geschichte an Produktionen wie Rambo, Missing in Action oder Nico, wobei der Schauplatz vom Kriegsschauplatz in den südamerikanischen Dschungel verlegt wird.

Der Erfolg führte bereits 1991 zu einer Fortsetzung mit Indio 2 – Die Revolte, bei der Antonio Margheriti erneut Regie führte.

Die deutsche VHS – ein VHS-only-Titel

In Deutschland erschien Indio ausschließlich auf VHS und wurde nie offiziell auf DVD oder Blu-ray veröffentlicht. Damit zählt der Film zu den mittlerweile immer seltener werdenden VHS-only-Titeln, die insbesondere bei Sammlern deutscher Videothekenveröffentlichungen sehr gefragt sind.

Technische Daten:

  • FSK: 18
  • Laufzeit: 88:53 Minuten (87:05 Minuten ohne Abspann)
  • Bildformat: 1,33:1
  • Ton: Deutsch (Mono)
  • TV-Norm: PAL

Trailerauf der Kassette

  • The Punisher
  • Bushido – Kampf um die goldenen Reisschalen
  • Top Jets
  • Lady Terminator
  • Brooklyn Kid
  • Immer Ärger mit Bernie

Zensur und Freigabe

Obwohl Indio mehrere harte Actionszenen und einige deutliche Gewaltdarstellungen enthält, erhielt die deutsche VHS eine FSK-18-Freigabe und wurde nicht indiziert. Damit blieb der Film stets regulär erhältlich und entging dem Schicksal vieler vergleichbarer Actionproduktionen der späten 1980er-Jahre.

Bedeutung für VHS-Sammler

Gerade weil Indio bis heute ausschließlich auf VHS veröffentlicht wurde, besitzt die deutsche Kassette einen besonderen Stellenwert. Während zahlreiche vergleichbare Actionfilme inzwischen mehrfach auf DVD, Blu-ray oder als Streaming-Version erschienen sind, existiert Indio in Deutschland weiterhin ausschließlich als Videokassette. Dadurch gehört der Film für viele Sammler deutscher VHS-only-Veröffentlichungen zu den interessanten Titeln der späten Videothekenära. Besonders vollständige Erstauflagen mit Einleger und gut erhaltenem Cover sind heute deutlich seltener geworden.

RSF-Fazit

Indio verbindet klassischen 80er-Jahre-Actionfilm mit einer überraschend deutlichen Botschaft über Umweltzerstörung und den Schutz indigener Kulturen. Zwar folgt die Handlung dem bekannten Muster des einsamen Helden, der gegen eine übermächtige Organisation kämpft, dennoch hebt sich der Film durch seinen exotischen Schauplatz und sein gesellschaftskritisches Thema von vielen vergleichbaren Produktionen ab.

Antonio Margheriti liefert routiniert inszenierte Action, spektakuläre Dschungelkulissen und eine solide Besetzung mit Francesco Quinn, Robert Forster und Marvelous Marvin Hagler. Für Fans des italienischen Genrefilms ist Indio ein unterschätzter Actionfilm der späten 1980er-Jahre.

Für VHS-Sammler besitzt der Film jedoch einen noch größeren Reiz: Als deutsche VHS-only-Veröffentlichung gehört Indio zu den Titeln, die bis heute nie den Sprung auf DVD oder Blu-ray geschafft haben. Damit nimmt er innerhalb der deutschen Videotheken-Geschichte einen besonderen Platz ein und ist für Liebhaber seltener VHS-Veröffentlichungen eine lohnenswerte Entdeckung.

Hunting (1984) – BRD VHS – POWER LINE – WENDECOVER

Spanischer Rache-Thriller mit kompromissloser Härte

Unter dem deutschen Titel Hunting erschien der spanische Thriller Poppers, der in Deutschland auch unter den Alternativtiteln Mörderbrigade beziehungsweise Die Mörderbrigade bekannt wurde. Regisseur José María Castellví inszenierte einen rauen Rachefilm, der Elemente des Selbstjustizkinos, des Survival-Thrillers und des Exploitationfilms miteinander verbindet. Mit seiner pessimistischen Grundstimmung und einigen für die damalige Zeit harten Gewaltdarstellungen entwickelte sich der Film insbesondere auf dem deutschen Videomarkt zu einem kleinen Geheimtipp.

Handlung

Während eines Rockkonzerts kommt es zu einer folgenschweren Auseinandersetzung. Santos tötet im Affekt seinen besten Freund und wird dafür zu einer Haftstrafe verurteilt. Nach zwei Jahren Gefängnis wird er überraschend vorzeitig entlassen. Was zunächst wie ein glücklicher Zufall erscheint, entpuppt sich als perfider Racheplan. Hinter seiner Freilassung steckt der wohlhabende Vater des Opfers, der Santos nicht vergeben hat und ihm ein qualvolles Ende bereiten will. Über die attraktive Sängerin Lola wird Santos auf ein abgelegenes Anwesen gelockt. Dort beginnt eine grausame Menschenjagd. Eine Gruppe bewaffneter Männer macht erbarmungslos Jagd auf ihn, während Santos verzweifelt versucht, dem tödlichen Spiel zu entkommen. Doch aus dem Gejagten wird schließlich selbst ein Jäger. Nachdem er die wahre Absicht seiner Gegner erkannt hat, schlägt Santos mit derselben Rücksichtslosigkeit zurück, mit der man ihn vernichten wollte. Es beginnt ein blutiger Rachefeldzug, bei dem niemand verschont bleibt.

Filminformationen

  • Deutscher Titel: Hunting
  • Originaltitel: Poppers
  • Alternativtitel: Mörderbrigade, Die Mörderbrigade
  • Herstellungsland: Spanien 1984
  • Regie: José María Castellví
  • Genre: Action, Thriller, Rachefilm

Besetzung

Die Hauptrollen übernehmen überwiegend spanische Darsteller, die vor allem in den 1970er- und 1980er-Jahren im europäischen Genrekino aktiv waren.

  • Agustín González
  • Marina Saura
  • Antonio Mayans
  • Emilio Linder
  • José Antonio Ceinos
  • Ricardo Palacios

Vor allem Antonio Mayans war ein häufig eingesetzter Darsteller in den Filmen von JessJesús“ Franco und gehört zu den bekannten Gesichtern des spanischen Exploitation- und Horrorfilms.

Hintergrund

Poppers entstand in einer Zeit, in der Rache- und Selbstjustizfilme weltweit große Erfolge feierten. Produktionen wie Ein Mann sieht rot (Death Wish) oder Die Gladiatoren des Todes beeinflussten zahlreiche europäische Filmemacher. Auch Hunting setzt auf das klassische Motiv des gejagten Mannes, der sich gegen seine Verfolger erhebt. Regisseur José María Castellví verzichtet dabei weitgehend auf aufwendige Spezialeffekte und konzentriert sich stattdessen auf eine düstere Atmosphäre, psychologischen Druck und rohe Gewalt. Die isolierte Kulisse des abgelegenen Landguts verstärkt das Gefühl der Ausweglosigkeit und erinnert stellenweise an spätere Survival-Thriller.

International blieb der Film weitgehend unbeachtet, entwickelte sich jedoch insbesondere im deutschsprachigen Raum durch seine VHS-Veröffentlichung und die spätere Indizierung zu einem gesuchten Sammlertitel wozu vermutlich auch das ausgefallen Wendecover weinen teil zutat.

Die deutsche VHS

In Deutschland erschien Hunting bei Power Line Video.

  • FSK: 18
  • Laufzeit: 77:46 Minuten
  • TV-Norm: PAL
  • Bildformat: 1,66:1
  • Ton: Deutsch Mono
  • Bestellnummer: 3002
  • Wendecover mit zwei verschiedenen Titelmotiven

Nach Einschätzung vieler Sammler handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine gekürzte Fassung. Mehrere Szenen wirken auffällig abrupt oder unvollständig, ein eindeutiger Nachweis anhand einer vollständig ungekürzten Referenzfassung konnte bislang jedoch nicht erbracht werden.

Indizierung

Die deutsche VHS wurde am 6. April 1988 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert. Die Veröffentlichung erfolgte im Bundesanzeiger Nr. 82 vom 30. April 1988.

Nach Ablauf der gesetzlichen Frist wurde der Film mit Entscheidung A 57/13 vom 15. März 2013 gemäß § 18 Abs. 7 JuSchG wieder aus dem Index gestrichen. Die Listenstreichung erschien im Bundesanzeiger AT vom 28. März 2013.

RSF-Fazit

Hunting ist ein typischer europäischer Rachethriller der 1980er-Jahre, der mit einfachen Mitteln eine bedrückende und kompromisslose Atmosphäre erzeugt. Statt spektakulärer Action setzt Regisseur José María Castellví auf Spannung, rohe Gewalt und das klassische Motiv des Gejagten, der sich gegen seine Peiniger erhebt.

Hemoglobin (1997) – BRD VHS – HIGHLIGHT VIDEO – WENDECOVER

Hemoglobin

Düsterer Horror nach H. P. Lovecraft

Mit Bleeders verfilmte Regisseur Peter Svatek 1997 frei die berühmte Kurzgeschichte „The Lurking Fear“ von H. P. Lovecraft. Der Film verbindet Body Horror, Creature-Feature und Mystery zu einer düsteren Mischung, die stark von den Werken Lovecrafts geprägt ist. Statt auf schnelle Schockeffekte setzt Bleeders auf eine bedrückende Atmosphäre, groteske Kreaturen und den schleichenden Verfall einer isolierten Gemeinschaft. Heute gilt der Film unter Horrorfans als Geheimtipp der späten 1990er-Jahre.

Handlung

Ein schweres Unwetter führt den an einer rätselhaften Blutkrankheit leidenden John Strauss gemeinsam mit seiner Ehefrau Kathleen auf eine abgelegene Insel vor der amerikanischen Küste. Dort lebt ein entfernter Verwandter, von dem sich John Hinweise auf die Ursache seiner Erkrankung und vielleicht sogar eine Heilung erhofft. Schon kurz nach ihrer Ankunft erleidet John einen heftigen Anfall. Die Inselbewohner bringen ihn zu Dr. Marlowe, der bei seiner Untersuchung eine ungewöhnliche Besonderheit feststellt: John besitzt zwei unterschiedlich gefärbte Augen eines blau, eines braun. Für den Arzt ist dies ein alarmierendes Zeichen. Er fordert das Ehepaar eindringlich auf, die Insel sofort zu verlassen. Doch die Flucht kommt zu spät. Immer mehr verstörende Ereignisse häufen sich. Menschen verschwinden spurlos, aus unterirdischen Tunneln dringen unheimliche Geräusche, und die Bewohner verhalten sich zunehmend seltsam. Nach und nach entdecken John und Kathleen das schreckliche Geheimnis der Insel: Tief unter der Erde lebt eine degenerierte Kreaturenrasse, die seit Generationen im Verborgenen existiert. Johns Krankheit ist untrennbar mit dieser grauenvollen Familiengeschichte verbunden.

Filminformationen

  • Originaltitel: Bleeders
  • Weitere Titel: The Descendant, Hämoglobin, Hemoglobin – Creature Dell’Inferno
  • Herstellungsland: Kanada / USA 1997
  • Regie: Peter Svatek
  • Drehbuch: Dan O’Bannon, Peter Svatek
  • Genre: Horror, Mystery, Science-Fiction

Die Besetzung

  • Roy Dupuis als John Strauss
  • Kristin Lehman als Kathleen Strauss
  • Rutger Hauer als Dr. Marlowe
  • Michael Ironside als Hank Gordon
  • Len Cariou als Uncle Jimmy
  • Brenda James als Alice

Vor allem Rutger Hauer (Blade Runner, Ladyhawke) und Michael Ironside (Scanners, Total Recall, Starship Troopers) verleihen dem Film zusätzliche Präsenz und gehören zu den bekanntesten Namen der Produktion.

Hintergrund

Die Handlung basiert lose auf H. P. Lovecrafts Kurzgeschichte „The Lurking Fear“ aus dem Jahr 1923. Während viele Elemente der literarischen Vorlage übernommen wurden, verlagert der Film die Geschichte in die Gegenwart und ergänzt sie um medizinische und genetische Aspekte.

Das Drehbuch stammt unter anderem von Dan O’Bannon, der als Autor von Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt, Return of the Living Dead und Lifeforce zu den einflussreichsten Autoren des modernen Horror- und Science-Fiction-Kinos zählt. Seine Handschrift zeigt sich insbesondere in der Verbindung aus körperlichem Horror, düsterer Atmosphäre und wissenschaftlichen Erklärungsansätzen.

Die aufwendig gestalteten Kreaturen wurden überwiegend mit klassischen Masken, Animatronics und Make-up-Effekten realisiert. Dadurch wirkt Bleeders auch heute noch deutlich greifbarer als viele vergleichbare Produktionen der damaligen Zeit, die bereits verstärkt auf frühe Computereffekte setzten.

Atmosphäre und Inszenierung

Die abgelegene Insel mit ihren verfallenen Häusern, dunklen Höhlensystemen und endlosen Tunneln erzeugt von Beginn an eine beklemmende Stimmung. Peter Svatek orientiert sich deutlich am klassischen Gothic-Horror und verbindet diesen mit Lovecrafts kosmischem Grauen sowie Elementen des Creature-Horrors. Statt auf permanentes Blutvergießen setzt der Film auf Spannung, Isolation und die schrittweise Enthüllung eines uralten Familiengeheimnisses. Gerade diese langsame Erzählweise macht einen großen Teil seines Reizes aus.

Die deutsche VHS

Die Veröffentlichung erhielt eine FSK-18-Freigabe und gehörte zu den interessanteren Creature-Horror-Titeln dieser Zeit.

RSF-Fazit

Bleeders gehört zu den unterschätzten Horrorfilmen der späten 1990er-Jahre. Die gelungene Verbindung aus Lovecraft-Mythologie, Body Horror und Creature-Feature sorgt für eine dichte Atmosphäre, die sich deutlich von den damals populären Teenie-Slashern unterscheidet. Unterstützt von starken Darstellern wie Rutger Hauer und Michael Ironside, entwickelt sich der Film zu einem spannenden Mystery-Horror mit ungewöhnlicher Geschichte und überzeugenden praktischen Spezialeffekten.

Für Fans klassischer Monsterfilme, Lovecraft-Verfilmungen und des atmosphärischen Horrorfilms ist Bleeders eine klare Empfehlung. Auch unter VHS-Sammlern besitzt die deutsche Veröffentlichung ihren Reiz, da sie an eine Zeit erinnert, in der ungewöhnliche Genrefilme noch regelmäßig ihren Weg in die Videotheken fanden und dort oft erst Jahre später ihren verdienten Kultstatus erreichten.

Extreme Justice – Ein Cop nimmt Rache (1993) – BRD VHS – VMP – WENDECOVER

Mit Extreme Justice griff Regisseur Mark L. Lester – bekannt durch Actionklassiker wie Die Klasse von 1984, Phantom-Kommando (Commando) und Showdown in Little Tokyo ein kontroverses Thema auf: eine geheime Polizeieinheit, die Kriminelle ohne Gerichtsverfahren eliminiert. Der Actionthriller verbindet harte Schießereien mit moralischen Fragen über Machtmissbrauch, Korruption und Selbstjustiz.

Laut Vorspann basiert die Geschichte auf tatsächlichen Ereignissen. Tatsächlich orientiert sich der Film lose an den Enthüllungen über die umstrittene Spezialeinheit CRASH (Community Resources Against Street Hoodlums) des Los Angeles Police Department, deren Methoden Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre immer wieder für Schlagzeilen sorgten.

Die Handlung

Los Angeles wird von einer Welle brutaler Gewalt erschüttert. Um der eskalierenden Kriminalität Herr zu werden, operiert im Verborgenen eine geheime Spezialeinheit der Polizei. Ihre Aufgabe besteht nicht darin, Verbrecher festzunehmen – sondern sie auf frischer Tat zu stellen und unmittelbar zu töten. Die Mitglieder der Einheit verstehen sich als letzte Verteidigungslinie gegen das organisierte Verbrechen. Für sie sind Gesetze und Gerichtsverfahren lediglich Hindernisse auf dem Weg zu einer vermeintlich gerechten Welt. Als der junge Polizist Jeff Powers der Eliteeinheit beitritt, glaubt er zunächst, für Recht und Ordnung zu kämpfen. Doch schon bald erkennt er, dass seine Kollegen jede moralische Grenze überschritten haben. Außergerichtliche Hinrichtungen, fingierte Tatorte und kaltblütige Exekutionen gehören zum Alltag.

Als Powers beginnt, die Methoden seiner Vorgesetzten zu hinterfragen, gerät er selbst ins Visier der Organisation. Plötzlich ist aus dem Jäger ein Gejagter geworden.

Filminformationen

  • Deutscher Titel: Extreme Justice
  • Originaltitel: Extreme Justice
  • Alternativtitel: Deadly Execution Cop, Nackte Gewalt – L.A. Police Department, S.I.S. – Die geheime Spezialeinheit
  • Herstellungsland: USA 1993
  • Regie: Mark L. Lester
  • Genre: Action, Thriller, Krimi

Die Besetzung

Für einen Videothekenfilm verfügt Extreme Justice über eine überraschend prominente Besetzung:

  • Lou Diamond Phillips als Jeff Powers
  • Scott Glenn als Dan Vaughn
  • Yaphet Kotto als Lieutenant Callahan
  • Andrew Divoff als Bartol
  • James Earl Jones als Arthur Johnson
  • Robert Forster als Detective Conroy
  • Chelsea Field
  • Richard Grove

Gerade die Kombination aus erfahrenen Charakterdarstellern wie Scott Glenn, James Earl Jones, Yaphet Kotto und Robert Forster verleiht dem Film deutlich mehr Gewicht als vielen vergleichbaren Direct-to-Video-Produktionen der damaligen Zeit.

Hintergrund

Regisseur Mark L. Lester gehörte in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren zu den prägenden Namen des amerikanischen Actionkinos. Mit Extreme Justice entfernte er sich etwas vom reinen Actionfilm und legte den Schwerpunkt stärker auf moralische Grauzonen und Polizeikorruption.

Der Film entstand zu einer Zeit, als Berichte über Machtmissbrauch innerhalb des Los Angeles Police Department (LAPD) die amerikanischen Medien beherrschten. Besonders die Enthüllungen über die sogenannte CRASH-Einheit sowie später der Rampart-Skandal machten deutlich, dass einzelne Polizeibeamte tatsächlich in außergerichtliche Gewalt, Drogenhandel und Korruption verwickelt waren. Zwar basiert Extreme Justice nicht direkt auf einem konkreten Fall, greift jedoch viele dieser Vorwürfe und die öffentliche Diskussion über Selbstjustiz durch Polizeieinheiten auf. (Wikipedia / LA Times)

Die deutsche VHS

In Deutschland erschien Extreme Justice 1993 als Videopremiere.

Technische Daten:

  • FSK: 18
  • Laufzeit: 91:31 Minuten (87:57 Minuten ohne Abspann)
  • Bildformat: 1,33:1
  • Ton: Deutsch Dolby Surround
  • TV-Norm: PAL
  • Verpackung: Große Hartbox mit Einleger (Wendecover)

Trailer vor dem Hauptfilm:

  • Sniper
  • Fireforce
  • Wind

Schnittfassung

Die deutsche VHS erschien gegenüber der ungekürzten internationalen Fassung leicht zensiert. Zu den bekannten Kürzungen gehören:

  • Zu Beginn wird die Erschießung eines Gangsters um etwa 2,6 Sekunden verkürzt.
  • Beim Banküberfall fehlt eine rund 2 Sekunden lange Einstellung, in der der Fahrer eines Fluchtwagens blutig erschossen wird.
  • Eine Vergewaltigungsszene wurde um etwa 9,2 Sekunden gekürzt.

Trotz dieser Schnitte erhielt die Veröffentlichung eine FSK-18-Freigabe.

Indizierung

Nach ihrer Veröffentlichung wurde die deutsche VHS indiziert und durfte über viele Jahre nicht öffentlich beworben werden.

Am 28. Juni 2019 wurde die Indizierung schließlich aufgehoben. Seitdem kann der Film wieder regulär beworben und verkauft werden. (OFDb)

Da der Film nie den Bekanntheitsgrad anderer Werke von Mark L. Lester erreichte, zählt die originale VHS heute eher zu den Geheimtipps unter Fans kompromissloser Polizeithriller.

RSF-Fazit

Extreme Justice gehört zu den ernsteren Actionfilmen der frühen 1990er-Jahre. Statt auf reine Explosionen und Schießereien zu setzen, stellt Regisseur Mark L. Lester die Frage, wie weit der Staat im Kampf gegen das Verbrechen gehen darf. Die Grenze zwischen Gesetzeshütern und Verbrechern verschwimmt zunehmend, wodurch der Film auch heute noch überraschend aktuell wirkt.

Mit seiner starken Besetzung, der düsteren Atmosphäre und dem realitätsnahen Hintergrund hebt sich Extreme Justice angenehm von vielen anderen Videothekenproduktionen seiner Zeit ab. Für Sammler klassischer Actionfilme ist die deutsche VHS zudem wegen ihrer damaligen Indizierung und der markanten Hartbox eine interessante Veröffentlichung aus der Blütezeit des VHS-Marktes.

WERT: 1-5€

Hangmen 2 – BRD VHS – INTERCONTINETAL HOME VIDEO – WEMDECOVER – VHS only 07/2026

Kalter Krieg, Söldner und geheime CIA-Operationen

Mit Hangmen 2 erschien Ende der 1980er-Jahre ein Actionthriller, der den Zeitgeist des Kalten Krieges und der zahlreichen Konflikte in Mittelamerika aufgreift. Hinter dem deutschen Titel verbirgt sich der kanadische Film Covert Action, der international auch unter dem Alternativtitel Hangmen II vermarktet wurde obwohl er keine direkte Fortsetzung des Actionfilms Hangmen (1987) darstellt. Die Umbenennung diente vielmehr dazu, vom Erfolg des bekannteren Titels zu profitieren.

Während der Film international kaum Beachtung fand, entwickelte sich die deutsche VHS heute zu einer kleinen Besonderheit unter Sammlern, denn eine DVD-, Blu-ray- oder UHD-Veröffentlichung existiert bis heute nicht. Damit zählt Eiskalt zu den klassischen VHS-only-Titeln auf dem deutschen Sammlermarkt.

Die Handlung

In Mittelamerika tobt ein erbitterter Bürgerkrieg. Hinter den militärischen Auseinandersetzungen verbirgt sich jedoch eine weitreichende politische Verschwörung, in der Geheimdienste und mächtige Interessengruppen ihre eigenen Ziele verfolgen.Der erfahrene Söldner Frank White und der CIA-Scharfschütze Rick Burns nehmen an einer geheimen Militäroperation teil, die in einem blutigen Desaster endet. Als einzige Überlebende erkennen sie schnell, dass sie nicht nur Zeugen einer gescheiterten Mission geworden sind, sondern selbst beseitigt werden sollen.Die sogenannte Spezialeinheit „Hangmen“, die im Auftrag der CIA operiert, streitet jede Beteiligung an den Ereignissen ab. White und Burns geraten zwischen die Fronten einer gnadenlosen Verfolgungsjagd. Während sie versuchen, die Wahrheit ans Licht zu bringen, werden sie selbst zu Gejagten. Schon bald wird ihnen klar, dass es Mächte gibt, die jedes Mittel einsetzen werden, damit die Hintergründe der Operation niemals bekannt werden.

Filminformationen

  • Deutscher Titel: Hangmen 2
  • Originaltitel: Covert Action
  • Alternativtitel: Hangmen II
  • Herstellungsland: Kanada 1987
  • Regie: Les Rose
  • Genre: Action, Thriller, Kriegsfilm

Die Besetzung

Zur Besetzung gehören mehrere bekannte Gesichter des Actionkinos der 1980er-Jahre:

  • David Bradley als Frank White
  • Craig Alan als Rick Burns
  • Jim Moss
  • John Rhys-Davies
  • Michele Scarabelli
  • Milt Kogan

Besonders John Rhys-Davies, der später durch Rollen in Indiana Jones und Der Herr der Ringe weltweite Bekanntheit erlangte, verleiht dem Film zusätzliche Präsenz.

Die deutsche VHS

In Deutschland erschien der Film bei Mike Hunter MCAC unter dem Label Intercontinental Home Entertainment.

Technische Daten:

  • FSK: 18
  • Laufzeit: 81:28 Minuten
  • TV-Norm: PAL
  • Bildformat: 1,33:1
  • Ton: Deutsch Mono
  • Verpackung: Große VHS-Box mit Einleger

Trailer nach dem Hauptfilm:

  • Maniac Cop
  • SFX Man
  • Hangmen

Indizierung

Die deutsche VHS wurde aufgrund ihrer Gewaltdarstellung am 30. Dezember 1988 in den Index der Bundesprüfstelle aufgenommen und durfte anschließend nicht mehr öffentlich beworben oder frei an Jugendliche verkauft werden.

Da der Film auch nach Ablauf der ursprünglichen Frist weiterhin als jugendgefährdend eingestuft wurde, erfolgte am 14. November 2013 eine Folgeindizierung gemäß § 21 Absatz 5 Nr. 3 JuSchG. Der Titel verblieb dadurch im Listenteil A der jugendgefährdenden Medien.

Bedeutung für VHS-Sammler

Die deutsche Veröffentlichung von Hangmen 2 gehört zu den typischen Action-VHS der späten 1980er-Jahre. Da der Film nie große Bekanntheit erreichte und zudem über Jahrzehnte indiziert blieb, taucht die Originalkassette vergleichsweise selten auf dem Sammlermarkt auf zumindest wesentlich weniger als besagter HANGMEN 1

Gerade Fans klassischer Cannon-, PM-Entertainment- oder Concorde-Actionfilme finden in Hangmen 2 einen typischen Vertreter jener Videotheken-Ära, in der Söldnerfilme, Geheimdienstverschwörungen und Mittelamerika-Abenteuer zum festen Bestandteil des Actionprogramms gehörten.

Gefangene im Weltraum (1986) – BRD VHS – HIGHLIGHT VIDE – WENDECOVER

Frauenknast trifft Science-Fiction

Mit Gefangene im Weltraum erschien in Deutschland ein typischer Vertreter des Science-Fiction-Exploitationkinos der 1980er-Jahre. Hinter dem Film verbirgt sich die US-Produktion Prison Ship, die international unter zahlreichen Titeln wie Star Slammer, Prison Ship Star Slammer oder The Adventures of Taura: Prison Ship Star Slammer veröffentlicht wurde. Regisseur Fred Olen Ray, bekannt für zahlreiche B-Movies aus den Bereichen Horror und Science-Fiction, kombinierte hier Elemente klassischer Frauenknastfilme mit Weltraumabenteuer, Action und einer gehörigen Portion Humor. Heute zählt der Film zu den kultigsten Low-Budget-Science-Fiction-Produktionen seiner Zeit.

Die Handlung

In einer fernen Galaxis wird die junge Taura Opfer einer politischen Intrige. Obwohl sie unschuldig ist, wird sie des Mordes beschuldigt und auf das berüchtigte Gefängnisraumschiff Star Slammer deportiert. An Bord herrschen brutale Zustände. Sadistische Aufseherinnen unterdrücken die Gefangenen mit eiserner Hand, Gewalt und Demütigungen gehören zum Alltag. Schnell wird Taura klar, dass ihre Verurteilung Teil eines größeren Komplotts ist. Hinter allem steckt der machtgierige galaktische Steuereintreiber Bantor, der seine Gegner systematisch ausschalten lässt. Nach einer spektakulären Flucht schließt sich Taura mit anderen Verbündeten zusammen und organisiert den Widerstand gegen Bantors Regime. Es beginnt ein actionreicher Kampf gegen Unterdrückung und Tyrannei, der schließlich in einer entscheidenden Konfrontation endet.

Filminformationen

  • Deutscher Titel: Gefangene im Weltraum
  • Originaltitel: Prison Ship
  • Weitere Titel: Star Slammer, Prison Ship Star Slammer, Starslammer, Prison Ship: 2005, The Adventures of Taura: Prison Ship Star Slammer
  • Herstellungsland: USA 1986
  • Regie: Fred Olen Ray
  • Genre: Science-Fiction, Action, Abenteuer

Die Besetzung

Der Film versammelt zahlreiche bekannte Gesichter des amerikanischen B-Movie-Kinos:

  • Sandy Brooke als Taura
  • Susan Stokey als Bantor
  • Ross Hagen als Commissioner Anvil
  • Dawn Wildsmith als Stryker
  • Richard Haines
  • Aldo Ray
  • John Carradine als Supreme Commander
  • Sybil Danning als Anführerin der Amazonen (Gastauftritt)

Gerade John Carradine und Sybil Danning sorgten damals für zusätzliche Aufmerksamkeit, obwohl ihre Rollen vergleichsweise klein ausfallen.

Hintergrund

Regisseur Fred Olen Ray drehte den Film mit einem äußerst begrenzten Budget. Viele Kulissen stammen aus anderen Science-Fiction-Produktionen und wurden mehrfach wiederverwendet – eine typische Arbeitsweise zahlreicher Independent-Produktionen der 1980er-Jahre. Der Film orientiert sich unverkennbar an erfolgreichen Vorbildern wie Star Wars, Battle Beyond the Stars oder den damals populären Frauengefängnisfilmen. Statt auf aufwendige Spezialeffekte setzte Ray auf fantasievolle Kostüme, Miniaturmodelle, einfache Tricktechnik und einen hohen Unterhaltungswert. Im Laufe der Jahre entwickelte sich Star Slammer zu einem echten Kultfilm innerhalb der internationalen B-Movie-Szene. Gerade Fans von Roger-Corman-Produktionen und klassischem Exploitation-Kino schätzen den Film wegen seiner charmanten Low-Budget-Atmosphäre und seines hohen Trash-Faktors.

Die deutsche VHS erschien bei Highlight Video.

Technische Daten:

  • FSK: 18
  • Laufzeit: 85:58 Minuten (83:04 Minuten ohne Abspann)
  • Bildformat: 1,33:1
  • Ton: Deutsch Mono
  • TV-Norm: PAL
  • Bestellnummer: 6666

Trailer vor dem Hauptfilm:

  • Helden USA
  • Grotesque
  • Big Harry
  • Eat the Rich

Die Laufzeit wurde auf dem Cover mit 84 Minuten angegeben.

Indizierung

Die deutsche VHS wurde am 31. März 1989 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert und durfte anschließend nicht mehr öffentlich beworben oder frei an Jugendliche verkauft werden.

Nach Ablauf der gesetzlichen Frist wurde der Titel am 12. Februar 2014 gemäß § 18 Abs. 7 JuSchG wieder aus dem Index gestrichen. Die Listenstreichung wurde am 28. Februar 2014 im Bundesanzeiger veröffentlicht.

RSF-Fazit

Gefangene im Weltraum ist ein Paradebeispiel für das amerikanische Science-Fiction-B-Kino der 1980er-Jahre. Der Film vereint Frauenknast-Exploitation, Weltraumabenteuer, Action und eine gehörige Portion Selbstironie zu einem unterhaltsamen Genre-Mix, der nie den Anspruch erhebt, großes Kino zu sein.

Gerade diese Mischung aus improvisierten Spezialeffekten, skurrilen Figuren, bekannten B-Movie-Gesichtern und einer charmanten Low-Budget-Inszenierung hat Star Slammer im Laufe der Jahre zu einem echten Kultfilm werden lassen. Für Fans des klassischen Videothekenkinos und Sammler deutscher Hartboxen ist Gefangene im Weltraum deshalb weit mehr als nur ein weiterer Science-Fiction-Film – er ist ein typischer Vertreter jener Ära, in der kreative Ideen oft wichtiger waren als ein großes Budget.

Eiskalt (1990) – BRD VHS – HIGHLIGHT VIDEO – WENDECOVER – VHS only 07/2027

Eiskalt (1990) – Ein fast vergessenes VHS-only Krimidrama

Unter dem deutschen Titel Eiskalt erschien Anfang der 1990er-Jahre der US-amerikanische Thriller Victimless Crimes von Regisseur Peter Hawley. Während der Film international kaum Beachtung fand, entwickelte sich die deutsche VHS heute zu einer kleinen Besonderheit unter Sammlern, denn eine DVD-, Blu-ray- oder UHD-Veröffentlichung existiert bis heute nicht. Damit zählt Eiskalt zu den klassischen VHS-only-Titeln auf dem deutschen Sammlermarkt.

Die Handlung

Eigentlich scheint der Plan perfekt zu sein: Das Ehepaar Louise und Terry Sullivan hat sich auf raffinierte Kunstdiebstähle spezialisiert. Ihr Ziel sind wertvolle Gemälde, deren Verschwinden auf den ersten Blick niemandem zu schaden scheint. Die Besitzer erhalten das Geld der Versicherung, die Auftraggeber bekommen die gewünschte Kunst und die Diebe kassieren ihren Anteil. Doch der vermeintlich „opferlose“ Coup entwickelt sich zunehmend zu einem gefährlichen Spiel. Während Terry immer skrupelloser wird und sich mehr und mehr in kriminellen Machenschaften verliert, beginnt Louise an ihrem bisherigen Leben zu zweifeln. Aus einem zunächst clever wirkenden Kunstraub entwickelt sich ein spannender Thriller über Gier, Misstrauen und die Erkenntnis, dass es in der Welt des Verbrechens keine wirklich opferlosen Delikte gibt. (IMDb)

Filminformationen

  • Deutscher Titel: Eiskalt
  • Originaltitel: Victimless Crimes
  • Herstellungsland: USA
  • Erscheinungsjahr: 1990 (internationale Veröffentlichung 1991)
  • Regie: Peter Hawley
  • Drehbuch: Peter Hawley
  • Genre: Krimi, Thriller

Die Besetzung:

  • Debra Sandlund (Debra Stipe) als Louise
  • Craig Bierko als Terry Sullivan
  • Larry Brandenburg als Chandler Croenweth
  • Peggy Dunne als Elizabeth
  • Richard Robert Redlin als Martin
  • Harry Lennix in einer Nebenrolle als Baker. (IMDb)

Hintergrund

Victimless Crimes war das Spielfilmdebüt von Peter Hawley, der neben der Regie auch das Drehbuch schrieb. Der Film verzichtet auf spektakuläre Action oder große Spezialeffekte und setzt stattdessen auf eine ruhige Erzählweise, psychologische Spannung und die schrittweise Eskalation der Ereignisse. Gerade diese zurückhaltende Inszenierung unterscheidet ihn von vielen Hochglanz-Thrillern der frühen 1990er-Jahre.

Trotz ordentlicher Darsteller blieb der Film weitgehend unbekannt und verschwand nach seiner VHS-Auswertung nahezu vollständig vom Markt. Dadurch geriet er über die Jahre in Vergessenheit.

VHS-Only – Ein interessanter Sammlertitel

Aus Sicht von VHS-Sammlern besitzt Eiskalt heute einen besonderen Stellenwert. Der Film erschien in Deutschland ausschließlich auf VHS und wurde bis heute weder auf DVD noch auf Blu-ray oder UHD veröffentlicht. Auch im Streaming ist der Titel praktisch nicht verfügbar. Mir ist das Tape berborgen geblieben bis ich es heute für die Fotos in der Hand hatte.

RSF-Fazit

Eiskalt ist kein spektakulärer Actionfilm, sondern ein ruhiger, atmosphärischer Krimi über Kunstdiebstahl, Gier und menschliche Abgründe. Gerade weil der Film nie auf moderne Medien übernommen wurde, ist er heute ein interessantes Zeitdokument der frühen 1990er-Jahre und ein typischer Vertreter jener Produktionen, die nach ihrer VHS-Auswertung nahezu in Vergessenheit geraten sind.

Für Sammler deutscher Videokassetten ist Eiskalt deshalb weniger wegen seines Bekanntheitsgrades interessant, sondern vor allem wegen seines Status als echter VHS-only-Titel, der bis heute ausschließlich auf Videokassette erhältlich ist.

DUST DEVIL – BRD VHS – HIGHLIGHT VIDEO – WENDECOVER – PRESSEKASSETTE

Dust Devil (1992) – Mystischer Horror zwischen Road Movie und Western

Mit Dust Devil schuf Regisseur Richard Stanley einen außergewöhnlichen Horrorfilm, der sich bewusst von den typischen Genreproduktionen der frühen 1990er-Jahre abhebt. Statt auf permanente Schockeffekte setzt der Film auf eine hypnotische Atmosphäre, afrikanische Mythologie und eindrucksvolle Bilder der Namib-Wüste. Das Ergebnis ist eine ungewöhnliche Mischung aus Horrorfilm, Road Movie, Mystery und modernem Western, die sich im Laufe der Jahre zu einem echten Kultfilm entwickelt hat.

Irgendwo in der endlosen Weite der Namib-Wüste treibt ein geheimnisvoller Fremder sein Unwesen. Er erscheint als freundlicher Anhalter, besitzt jedoch übernatürliche Kräfte. Seine Opfer – meist einsame oder verzweifelte Frauen – verfallen seiner mystischen Ausstrahlung. Nach einer gemeinsamen Nacht folgt jedoch stets der grausame Tod. Der mysteriöse Wanderer ist weit mehr als nur ein Serienmörder. Nach dem Glauben der Einheimischen handelt es sich um einen uralten Dämon, einen sogenannten Dust Devil, der durch rituelle Morde die Seelen seiner Opfer sammelt und daraus seine Kraft bezieht. Als die junge Wendy Robinson, die selbst vor ihrer gescheiterten Ehe flieht, den Fremden mitnimmt, gerät auch sie in seinen Bann. Erst allmählich erkennt sie, wem sie begegnet ist. Gemeinsam mit dem erfahrenen Polizisten Ben Mukurob, der den Dämon seit Jahren verfolgt, beginnt ein verzweifelter Kampf gegen das übernatürliche Wesen. Das Finale führt tief in die endlose Wüstenlandschaft Namibias, wo Mythos und Realität miteinander verschmelzen.

Filminformationen

  • Originaltitel: Dust Devil
  • Herstellungsland: Großbritannien 1992
  • Regie: Richard Stanley
  • Genre: Horror, Mystery, Thriller, Road Movie, Western

Die Besetzung

  • Robert John Burke als Dust Devil (in vielen Veröffentlichungen als Robert Burke geführt)
  • Chelsea Field als Wendy Robinson
  • Zakes Mokae als Sergeant Ben Mukurob
  • William Hootkins als Captain Beyman
  • Marianne Sägebrecht als Dr. Leidzinger
  • John Matshikiza als Joe Niemand

Hintergrund

Dust Devil entstand nach Richard Stanleys erfolgreichem Debüt Hardware MARK 13. Die Idee zum Film geht auf einen Traum zurück, den Stanley während seiner Zeit an der Filmhochschule in Kapstadt hatte. Gedreht wurde fast vollständig in der spektakulären Landschaft Namibias. Während der siebenwöchigen Dreharbeiten sorgte der feine Wüstensand sogar dafür, dass insgesamt 16 Fahrzeuge unbrauchbar wurden.

Besonders bekannt wurde der Film durch seine problematische Produktionsgeschichte. Stanleys ursprünglicher Director’s Cut war rund 120 Minuten lang. Der amerikanische Verleih Miramax war mit dieser Fassung jedoch unzufrieden und kürzte den Film ohne Beteiligung des Regisseurs drastisch auf etwa 87 Minuten. Dabei wurden zahlreiche übernatürliche Elemente entfernt, wodurch der Film deutlich an Atmosphäre verlor. Erst viele Jahre später gelang es Richard Stanley, das Originalmaterial wiederzufinden und mit dem Final Cut seine ursprünglich geplante Version fertigzustellen. Diese gilt heute als die definitive Fassung des Films.

Die deutsche VHS

Die deutsche VHS erschien bei Highlight Video mit folgenden technischen Daten:

  • FSK: 18
  • Laufzeit: 86:28 Minuten (80:35 Minuten ohne Abspann)
  • Bildformat: 1,33:1
  • Ton: Deutsch Stereo

Vor dem Hauptfilm befanden sich Trailer zu:

  • Hellraiser III
  • Lethal Fighter
  • Eine Familie zum Knutschen in Manhattan
  • Iron Heart
  • Sway
  • Maniac Cop 3
  • Too Beautiful to Die
  • Blackbelt
  • Sidekicks

Indizierung

Auch Dust Devil blieb in Deutschland nicht von einer Indizierung verschont. Die VHS-Veröffentlichung wurde am 31. August 1993 in den Index der Bundesprüfstelle aufgenommen. Nach Ablauf der gesetzlichen Frist erfolgte am 16. August 2018 die Listenstreichung. Seitdem darf der Film wieder frei beworben und verkauft werden.

RSF-Fazit

Dust Devil ist kein typischer Splatterfilm und auch kein gewöhnlicher Serienkiller-Thriller. Richard Stanley verbindet afrikanische Mythologie, übernatürlichen Horror und die Bildsprache klassischer Italowestern zu einem außergewöhnlichen Genrefilm. Gerade die beeindruckenden Aufnahmen der Namib-Wüste, der eindringliche Soundtrack von Simon Boswell und die fast traumartige Inszenierung verleihen dem Film eine ganz eigene Atmosphäre.

Die ursprünglichen Kürzungen schadeten dem Film zwar erheblich, doch mit dem später veröffentlichten Final Cut lässt sich Stanleys ursprüngliche Vision heute endlich erleben. Für Fans ungewöhnlicher Horrorfilme und Sammler klassischer VHS-Veröffentlichungen gehört Dust Devil zweifellos zu den interessantesten Genreproduktionen der frühen 1990er-Jahre.

Dobermann – BRD VHS – BMG VIDEO – WENDECOVER

Dobermann (1997) – Französischer Kult-Actionfilm der Extraklasse

Mit Dobermann schuf Regisseur Jan Kounen 1997 einen der kompromisslosesten und prägendsten europäischen Actionfilme der 1990er-Jahre. Der Film verbindet Verfolgungsjagden, Schießereien und rabenschwarzen Humor mit einer comicartigen Bildsprache und entwickelte sich schnell zu einem internationalen Kultfilm. Als Vorlage diente die erfolgreiche französische Romanreihe „Le Dobermann“ von Joël Houssin. (Wikipedia)

Die Handlung

Paris wird von einer Serie perfekt geplanter Banküberfälle erschüttert. Verantwortlich dafür ist Yann Le Pentrec, besser bekannt als „Dobermann“. Gemeinsam mit seiner schillernden Gang führt er einen spektakulären Coup nach dem anderen durch.Zu seiner Truppe gehören unter anderem seine taube Lebensgefährtin Nat, eine Expertin für Sprengstoff, der stets bewaffnete Moustique, der unberechenbare Pitbull sowie der ehemalige Priester Lefèvre, der unter seiner Soutane Handgranaten versteckt und Bibelzitate mit brutaler Gewalt kombiniert. Auf der anderen Seite steht der ebenso skrupellose wie sadistische Polizeikommissar Sauveur Christini. Für ihn spielen Gesetze oder Moral keine Rolle. Sein einziges Ziel besteht darin, Dobermann und seine Gang um jeden Preis auszuschalten. Es beginnt ein gnadenloses Katz-und-Maus-Spiel, bei dem beide Seiten immer brutaler vorgehen und Paris zum Schauplatz eines regelrechten Straßenkriegs wird.

Filminformationen

  • Originaltitel: Dobermann
  • Herstellungsland: Frankreich 1997
  • Regie: Jan Kounen
  • Laufzeit: ca. 103 Minuten
  • Genre: Action,

Die Besetzung

Der Film ist hochkarätig besetzt und trug wesentlich dazu bei, den internationalen Bekanntheitsgrad seiner Hauptdarsteller weiter zu steigern.

  • Vincent Cassel – Yann Le Pentrec alias „Dobermann“
  • Monica Bellucci – Nathalie „Nat“
  • Tchéky Karyo – Inspektor Sauveur Christini
  • Antoine Basler – Moustique
  • Dominique Bettenfeld – Der Priester
  • Chick Ortega – Pitbull
  • Romain Duris – Manu

Hintergrund

Dobermann war der erste Spielfilm von Jan Kounen und gilt heute als einer der stilprägendsten europäischen Actionfilme der 1990er-Jahre. Seine extrem dynamische Kameraführung, die schnellen Schnitte, überzeichnete Figuren und der kompromisslose Gewalteinsatz erinnerten viele Zuschauer an einen lebendig gewordenen Comic. Tatsächlich basiert der Film auf der Romanserie „Le Dobermann“ von Joël Houssin.

Bemerkenswert ist auch die damalige Besetzung: Vincent Cassel und Monica Bellucci, die später auch privat ein Paar wurden, standen hier gemeinsam vor der Kamera. Ebenfalls hat Regisseur Gaspar Noé einen kurzen Cameo-Auftritt im Film. (IMDb)

Die deutsche VHS

  • FSK: 18
  • Bildformat: 2,35:1
  • TV-Norm: PAL
  • Ton: Deutsch Dolby Surround

Indizierung

Wie viele besonders harte Actionfilme der 1990er-Jahre geriet auch Dobermann ins Visier der Bundesprüfstelle.

Nach seiner Veröffentlichung auf Video wurde der Film am 31. Juli 1999 indiziert. Erst auf Antrag des Rechteinhabers wurde die Indizierung im Februar 2011 aufgehoben. Seit dem 15. April 2011 ist der Film in Deutschland wieder ungekürzt im regulären Handel erhältlich. (Wikipedia)

Besonderheit zur deutschen VHS

Zur Veröffentlichung der deutschen VHS-Fassungen existierte eine interessante Werbeaktion. Nach verschiedenen Quellen erhielten Videotheken beziehungsweise Händler abhängig von der jeweiligen Bestellmenge ein schwarzes Dobermann-Promo-T-Shirt, das häufig später unter Kunden verlost wurde.

Das Shirt war ausschließlich in Größe M erhältlich und zeigte:

  • auf der Vorderseite den gelben Dobermann-Schriftzug,
  • auf der Rückseite im Nackenbereich das charakteristische Hundelogo – ebenfalls in Gelb.

RSF-Fazit

Dobermann ist kein gewöhnlicher Actionfilm, sondern ein kompromissloses Stück europäisches Genrekino. Der Film verzichtet weitgehend auf klassische Helden oder moralische Grenzen und präsentiert stattdessen eine überdrehte, fast comicartige Gewaltorgie voller exzentrischer Figuren, spektakulärer Schießereien und einer enorm stylischen Inszenierung.

Gerade diese Machart machte Dobermann Ende der 1990er-Jahre zu einem kontrovers diskutierten Titel und führte schließlich auch zur Indizierung der deutschen Videoveröffentlichung. Heute genießt der Film unter Fans des europäischen Actionkinos längst Kultstatus und gehört für viele Sammler zu den wichtigsten französischen Genreproduktionen der 1990er-Jahre.

Creep Zone aka Creepozoids – BRD VHS – Intercontinental Home Video – Mike Hunter Video, Wendecover

Creep Zone (1987) – Endzeit-Horror aus der VHS-Ära

Creep Zone (Originaltitel: Creepozoids) gehört zu den typischen Low-Budget-Horrorfilmen der späten 1980er-Jahre. Der Film verbindet Endzeit-Atmosphäre mit Monster-Horror und orientiert sich dabei deutlich an Klassikern wie Alien, setzt aber auf die für diese Zeit typischen B-Movie-Effekte, Kunstblut und eine düstere Atmosphäre. Regie führte David DeCoteau, der später mit zahlreichen Horror- und Fantasyproduktionen bekannt wurde.

Die Handlung

Wir schreiben das Jahr 1998. Nach einem verheerenden Atomkrieg ist die Erde nahezu vollständig zerstört. Die wenigen Überlebenden kämpfen täglich ums nackte Überleben. Radioaktiver Niederschlag und giftiger Regen machen ein Leben an der Oberfläche fast unmöglich. Fünf Deserteure entdecken auf ihrer Flucht ein verlassenes Forschungslabor und hoffen dort Schutz vor der lebensfeindlichen Außenwelt zu finden. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass in dem Komplex einst geheime Experimente mit menschlicher DNA durchgeführt wurden. Was zunächst wie ein sicherer Zufluchtsort erscheint, entwickelt sich schon bald zum Albtraum. Mutierte Kreaturen und riesige Ratten machen Jagd auf die Überlebenden, während das Labor nach und nach seine grausamen Geheimnisse preisgibt. Der Kampf gegen die Monster wird schnell zu einem Wettlauf ums nackte Überleben.

Filminformationen

  • Originaltitel: Creepozoids
  • Deutscher Titel: Creep Zone
  • Alternativtitel: Creepozoids – Angriff der Mutanten
  • Herstellungsland: USA 1987
  • Regie: David DeCoteau
  • Genre: Horror, Science-Fiction

Besetzung

Zu den bekanntesten Darstellern gehört Linnea Quigley, die bereits in zahlreichen Horror- und Splatterfilmen der 1980er-Jahre mitwirkte und bis heute als eine der bekanntesten Scream Queens des Genres gilt.

Die deutsche VHS-Veröffentlichung

In Deutschland erschien der Film bei International Home Entertainment (IHE) unter dem Label Mike Hunter MCAC.

Technische Daten der VHS:

  • FSK: 18
  • Laufzeit: 69:27 Minuten (66:28 Minuten ohne Abspann)
  • Bildformat: 1,33:1
  • Ton: Deutsch Mono
  • Bestellnummer: IE 410

Indizierung

Wie viele Horrorfilme der damaligen Zeit blieb auch Creep Zone von der Zensur nicht verschont.

Die VHS-Veröffentlichung wurde am 27. September 1988 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert und erschien im Bundesanzeiger vom 30. September 1988 unter der Entscheidung Nr. 3381 (V).

Nach Ablauf der gesetzlichen Frist wurde der Titel schließlich wieder von der Liste gestrichen. Die Listenstreichung erfolgte am 12. August 2013 gemäß § 18 Abs. 7 JuSchG und wurde am 30. August 2013 im Bundesanzeiger veröffentlicht. (OFDb)

Creep Zone entstand in einer Zeit, in der Endzeitfilme durch die Angst vor einem möglichen Atomkrieg besonders populär waren. Mit seinem Szenario einer verwüsteten Erde und einem verlassenen Forschungslabor greift der Film typische Science-Fiction-Elemente der 1980er-Jahre auf. Trotz seines sehr geringen Budgets entwickelte sich der Film vor allem auf dem Videomarkt zu einem kleinen Kulttitel und ist heute insbesondere unter VHS-Sammlern und Liebhabern klassischer B-Movies gefragt. Die Spezialeffekte stammen von Next Generation Effects, die für mehrere Horrorproduktionen dieser Zeit arbeiteten. (IMDb)

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Bloody Whiskey – BRD VHS – TOPPIC VIDEO – VARIANTEN – Vhs only 07/2026

Moonshine County Express (1977) – Drei Schwestern gegen das Whiskey-Syndikat

Mit Moonshine County Express inszenierte Regisseur Gus Trikonis 1977 einen unterhaltsamen Mix aus Actionfilm, Krimi und Southern-Drive-In-Kino. Der Film gehört zu jener Welle amerikanischer Exploitation-Produktionen der 1970er-Jahre, in denen schnelle Autos, ländliche Schauplätze, Schwarzbrennerei und Selbstjustiz eine zentrale Rolle spielten. Produziert wurde der Film für New World Pictures, das damalige Kultstudio von Roger Corman, das für zahlreiche Genreklassiker dieser Zeit verantwortlich war. (Wikipedia)

Die Handlung

Der angesehene Schwarzbrenner Mr. Hammer wird von einem konkurrierenden Whiskey-Syndikat ermordet. Seinen drei Töchtern hinterlässt er jedoch heimlich ein gut verstecktes Lager mit selbstgebranntem Whiskey. Anstatt sich einschüchtern zu lassen, beschließen die Schwestern, das Erbe ihres Vaters fortzuführen. Gemeinsam mit dem Rennfahrer J.B. Johnson nehmen sie den Kampf gegen die Verantwortlichen auf. Sie verkaufen den Whiskey zu günstigeren Preisen als die Konkurrenz und treffen damit den lokalen Gangsterboss empfindlich. Schon bald entwickelt sich daraus ein erbitterter Kleinkrieg, der von Verfolgungsjagden, Schlägereien und zahlreichen Konfrontationen geprägt wird.

Filminformationen

  • Originaltitel: Moonshine County Express
  • Alternativtitel: Shine
  • Deutscher Titel: Bloody Whiskey
  • Herstellungsland: USA 1977
  • Regie: Gus Trikonis
  • Genre: Action, Krimi, Dr

Die Besetzung

In den Hauptrollen sind einige bekannte Gesichter des amerikanischen Genrekinos der 1970er-Jahre zu sehen:

  • John Saxon als J.B. Johnson
  • Susan Howard als Dot Hammer
  • Claudia Jennings als Betty Hammer
  • Maureen McCormick als Sissy Hammer
  • William Conrad als Jack Starkey
  • Morgan Woodward als Sweetwater
  • Jeff Corey als Prediger Hagen
  • Dub Taylor als Uncle Bill (IMDb)

Hintergrund

Moonshine County Express entstand auf dem Höhepunkt der sogenannten Drive-In-Ära. In den USA erfreuten sich Filme mit Themen wie Schwarzbrennerei, Trucker, Muscle Cars und ländlicher Selbstjustiz großer Beliebtheit. Der Erfolg von Filmen wie White Lightning, Gator oder Smokey and the Bandit sorgte dafür, dass zahlreiche ähnlich gelagerte Produktionen entstanden.

Gedreht wurde der Film überwiegend in Grass Valley und Nevada City im US-Bundesstaat Kalifornien. Mit einem Budget von rund 700.000 US-Dollar spielte der Film über eine Million Dollar ein und gehörte damit zu den wirtschaftlich erfolgreichen B-Movies seiner Zeit. (Wikipedia)

RSF-Fazit

Moonshine County Express gehört zwar nicht zu den bekanntesten Filmen der 1970er-Jahre, ist aber ein typischer Vertreter des amerikanischen Drive-In-Kinos dieser Epoche. Der Film kombiniert Action, Verfolgungsjagden, etwas Humor und eine klassische Rachegeschichte zu einem kurzweiligen B-Movie mit nostalgischem Charme.

Für Sammler von 70er-Jahre-Actionfilmen und Freunden des Roger-Corman-Umfelds ist Moonshine County Express beziehungsweise Bloody Whiskey durchaus ein interessanter Titel, der heute eher zu den vergessenen Genreproduktionen zählt, aber den Zeitgeist des amerikanischen Exploitation-Kinos sehr gut widerspiegelt.

Braindead – GB VHS – PolyGramVideo – WENDECOVER

Braindead (1992) Peter Jacksons blutiger Kultklassiker

Mit Braindead schuf Peter Jackson im Jahr 1992 einen Film, der bis heute als einer der blutigsten und zugleich unterhaltsamsten Zombiefilme aller Zeiten gilt. Die neuseeländische Splatter-Komödie verbindet rabenschwarzen Humor mit übertriebenen Gore-Effekten und entwickelte sich schnell zu einem echten Kultfilm.

Die Handlung

In den 1950er auf der geheimnisvollen Skull Island (haha bei KING KONG merkt ihr oder), wo eine bis dahin unbekannte Kreatur entdeckt wird der Rattenaffe. Das bizarre Wesen wird nach Neuseeland gebracht und in einem Zoo ausgestellt.

Dort besucht der schüchterne Lionel Cosgrove gemeinsam mit seiner großen Liebe Paquita Maria Sanchez den Zoo. Was beide nicht wissen: Lionels überfürsorgliche und herrschsüchtige Mutter verfolgt die beiden heimlich. Während sie sich versteckt, wird sie von dem Rattenaffen gebissen. Kurz darauf beginnt sie sich langsam in einen fleischhungrigen Zombie zu verwandeln.

Aus Angst vor den Konsequenzen versucht Lionel, die Situation zu vertuschen. Er sperrt seine Mutter und später alle weiteren Infizierten im Keller ein und versucht, den Alltag möglichst normal weiterzuführen. Doch die Zahl der Zombies wächst unaufhaltsam und spätestens als sein geldgieriger Onkel Les auftaucht, gerät die Situation völlig außer Kontrolle. Es folgt ein wahres Splatter-Feuerwerk, das in einem der legendärsten Finales der Filmgeschichte gipfelt.

Filminformationen

  • Originaltitel: Braindead
  • Alternativtitel:
    • Braindead – Der Zombie-Rasenmähermann
    • Dead Alive
    • Braindead – Tu Madre se ha Comido a mi Perro
    • Splatters – Gli Schizzacervelli
  • Herstellungsland: Neuseeland
  • Erscheinungsjahr: 1992
  • Regie: Peter Jackson

RSFuk501-Randnotiz

Ich selbst habe Braindead Anfang der 1990er-Jahre im Kino gesehen. Bereits damals beschäftigte ich mich intensiv mit Filmfassungen, Schnittberichten und Online-Filmdatenbanken. Deshalb kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die damals in Deutschland gezeigte Kinofassung spürbar länger war als die spätere deutsche Videoveröffentlichung.

Dennoch war auch die deutsche Kinofassung nicht vollständig ungekürzt. Im Vergleich zu internationalen Fassungen fehlten bereits im Kino einige Gewaltszenen. Für deutsche Sammler und Fans war es deshalb lange Zeit nahezu unmöglich, den Film in seiner vollständigen Originalfassung legal zu sehen.

Gerade Braindead ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark Horrorfilme Anfang der 1990er-Jahre in Deutschland gekürzt wurden. Während internationale Fassungen Peter Jacksons kompromisslose Splatter-Inszenierung vollständig zeigten, erschienen hierzulande zunächst nur deutlich entschärfte Versionen. Erst viele Jahre später wurden ungekürzte Fassungen für Sammler verfügbar.

Für Freunde des klassischen Splatterfilms zählt Braindead bis heute zu den absoluten Meilensteinen des Genres und gilt als eines der eindrucksvollsten Frühwerke des späteren Der Herr der Ringe-Regisseurs Peter Jackson. Hier sollte man auch schon erkennen können wie es dazu kam das PJ später auch KING KONG verfilmt

Beast You! (1988) – BRD VHS – INTERCONTINENTAL HOME VIDEO (Mike Hunter) – WENDECOVER (Scans und Fotos)

Bei einer Highschool-Mutprobe, die in dem nächtlichen Einbruch in ein Bowlingcenter besteht, setzen ein paar unbedarfte Studenten einen Imp frei, einen kleinen Gnom, der ihnen die Erfüllung ihrer Wünsche verspricht. Doch diese Wünsche kehren sich recht schnell gegen die, die sie ausgesprochen haben, und die Sache gerät völlig außer Kontrolle..

Originaltitel:
Sorority Babes in the Slimeball Bowl-O-Rama

Alternativtitel:
Bitchin‘ Sorority Babes in the Slimeball Bowl-O-Rama

Herstellungsland: USA 1988
Regie: David DeCoteau

Trailer nach dem Hauptfilm:
> Overthrow
> Night of Fire
> Police
> Ghost Fever
> SFX Man
> Frisco King
> The Destructor

Release: August 1988

Applejuice – BRD VHS – WENDECOVER – VHS only 07/2026

Eine bislang unentdeckte Käferspezies aus dem brasilianischen Regenwald beschließt, ein Atomkraftwerk – und damit auch die Menschheit – in die Luft zu jagen. Sie tarnen sich als eine spießbürgerliche Familie, nennen sich die Applegates und lassen sich in einem Provinzstädtchen nieder. Als sie sich zu sehr von dem American Way of Life korrumpieren lassen, droht ihr Plan zu scheitern…

Originaltitel: Meet the Applegates
Alternativtitel: The Applegates, The Applegators
Herstellungsland: USA 1990
Regie: Michael Lehmann
Freigabe: FSK 18
Laufzeit: 85:37 Min. (81:37 Min. o. A.)
Bildformat: 1,33:1
Tonformat: Deutsch (Stereo)

Bemerkungen: Große, weiße Klappbox mit Einleger. (Wendecover), Bestell-Nr.: 6708

Flucht aus Absolom oder jedes Tape ein EINZELSTÜCK?

Manchmal sind es gerade die Details, die man auf den ersten Blick gar nicht sieht, die eine VHS-Veröffentlichung interessant machen. 📼

Ein gutes Beispiel dafür sind einige VHS-Kassetten von RCA/Columbia. Dort findet sich bei bestimmten Veröffentlichungen auf der unteren Längsseite des Covers eine fortlaufende Nummerierung. Die Auflage wurde also tatsächlich durchnummeriert – beispielsweise von 00001 bis 50000.

Natürlich bedeutet das nicht, dass jede Kassette ein echtes Unikat im klassischen Sinn ist. Dennoch trägt jede Kassette ihre eigene individuelle Nummer und hebt sich dadurch von allen anderen Exemplaren der Auflage ab.

Solche Besonderheiten fallen den meisten Sammlern zunächst gar nicht auf. Wer jedoch genauer hinsieht, entdeckt immer wieder spannende Produktionsdetails, die den Veröffentlichungen ihren ganz eigenen Charme verleihen. Gerade solche kleinen Eigenheiten machen für mich einen großen Teil des Sammelreizes aus.

Während viele nur auf seltene Titel oder hohe Marktpreise schauen, finde ich oft die Dinge viel interessanter, die sich im Hintergrund verstecken: spezielle Hüllenvarianten, ungewöhnliche Labels, Promo-Aufdrucke, Verleihmerkmale oder eben durchnummerierte Auflagen wie bei einigen RCA/Columbia-Veröffentlichungen.

Und mal ehrlich: Der Gedanke, eine Kassette mit der Nummer 00011 von 50000 oder 47123 von 50000 im Regal stehen zu haben, hat schon irgendwie etwas Besonderes.

Jetzt startet der RUN auf die zweistelligen Nummerierungen 🙂

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