Extreme Justice – Ein Cop nimmt Rache (1993) – BRD VHS – VMP – WENDECOVER
Mit Extreme Justice griff Regisseur Mark L. Lester – bekannt durch Actionklassiker wie Die Klasse von 1984, Phantom-Kommando (Commando) und Showdown in Little Tokyo ein kontroverses Thema auf: eine geheime Polizeieinheit, die Kriminelle ohne Gerichtsverfahren eliminiert. Der Actionthriller verbindet harte Schießereien mit moralischen Fragen über Machtmissbrauch, Korruption und Selbstjustiz.
Laut Vorspann basiert die Geschichte auf tatsächlichen Ereignissen. Tatsächlich orientiert sich der Film lose an den Enthüllungen über die umstrittene Spezialeinheit CRASH (Community Resources Against Street Hoodlums) des Los Angeles Police Department, deren Methoden Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre immer wieder für Schlagzeilen sorgten.
Die Handlung
Los Angeles wird von einer Welle brutaler Gewalt erschüttert. Um der eskalierenden Kriminalität Herr zu werden, operiert im Verborgenen eine geheime Spezialeinheit der Polizei. Ihre Aufgabe besteht nicht darin, Verbrecher festzunehmen – sondern sie auf frischer Tat zu stellen und unmittelbar zu töten. Die Mitglieder der Einheit verstehen sich als letzte Verteidigungslinie gegen das organisierte Verbrechen. Für sie sind Gesetze und Gerichtsverfahren lediglich Hindernisse auf dem Weg zu einer vermeintlich gerechten Welt. Als der junge Polizist Jeff Powers der Eliteeinheit beitritt, glaubt er zunächst, für Recht und Ordnung zu kämpfen. Doch schon bald erkennt er, dass seine Kollegen jede moralische Grenze überschritten haben. Außergerichtliche Hinrichtungen, fingierte Tatorte und kaltblütige Exekutionen gehören zum Alltag.
Als Powers beginnt, die Methoden seiner Vorgesetzten zu hinterfragen, gerät er selbst ins Visier der Organisation. Plötzlich ist aus dem Jäger ein Gejagter geworden.
Filminformationen
- Deutscher Titel: Extreme Justice
- Originaltitel: Extreme Justice
- Alternativtitel: Deadly Execution Cop, Nackte Gewalt – L.A. Police Department, S.I.S. – Die geheime Spezialeinheit
- Herstellungsland: USA 1993
- Regie: Mark L. Lester
- Genre: Action, Thriller, Krimi
Die Besetzung
Für einen Videothekenfilm verfügt Extreme Justice über eine überraschend prominente Besetzung:
- Lou Diamond Phillips als Jeff Powers
- Scott Glenn als Dan Vaughn
- Yaphet Kotto als Lieutenant Callahan
- Andrew Divoff als Bartol
- James Earl Jones als Arthur Johnson
- Robert Forster als Detective Conroy
- Chelsea Field
- Richard Grove
Gerade die Kombination aus erfahrenen Charakterdarstellern wie Scott Glenn, James Earl Jones, Yaphet Kotto und Robert Forster verleiht dem Film deutlich mehr Gewicht als vielen vergleichbaren Direct-to-Video-Produktionen der damaligen Zeit.
Hintergrund
Regisseur Mark L. Lester gehörte in den 1980er- und frühen 1990er-Jahren zu den prägenden Namen des amerikanischen Actionkinos. Mit Extreme Justice entfernte er sich etwas vom reinen Actionfilm und legte den Schwerpunkt stärker auf moralische Grauzonen und Polizeikorruption.
Der Film entstand zu einer Zeit, als Berichte über Machtmissbrauch innerhalb des Los Angeles Police Department (LAPD) die amerikanischen Medien beherrschten. Besonders die Enthüllungen über die sogenannte CRASH-Einheit sowie später der Rampart-Skandal machten deutlich, dass einzelne Polizeibeamte tatsächlich in außergerichtliche Gewalt, Drogenhandel und Korruption verwickelt waren. Zwar basiert Extreme Justice nicht direkt auf einem konkreten Fall, greift jedoch viele dieser Vorwürfe und die öffentliche Diskussion über Selbstjustiz durch Polizeieinheiten auf. (Wikipedia / LA Times)
Die deutsche VHS
In Deutschland erschien Extreme Justice 1993 als Videopremiere.
Technische Daten:
- FSK: 18
- Laufzeit: 91:31 Minuten (87:57 Minuten ohne Abspann)
- Bildformat: 1,33:1
- Ton: Deutsch Dolby Surround
- TV-Norm: PAL
- Verpackung: Große Hartbox mit Einleger (Wendecover)
Trailer vor dem Hauptfilm:
- Sniper
- Fireforce
- Wind
Schnittfassung
Die deutsche VHS erschien gegenüber der ungekürzten internationalen Fassung leicht zensiert. Zu den bekannten Kürzungen gehören:
- Zu Beginn wird die Erschießung eines Gangsters um etwa 2,6 Sekunden verkürzt.
- Beim Banküberfall fehlt eine rund 2 Sekunden lange Einstellung, in der der Fahrer eines Fluchtwagens blutig erschossen wird.
- Eine Vergewaltigungsszene wurde um etwa 9,2 Sekunden gekürzt.
Trotz dieser Schnitte erhielt die Veröffentlichung eine FSK-18-Freigabe.
Indizierung
Nach ihrer Veröffentlichung wurde die deutsche VHS indiziert und durfte über viele Jahre nicht öffentlich beworben werden.
Am 28. Juni 2019 wurde die Indizierung schließlich aufgehoben. Seitdem kann der Film wieder regulär beworben und verkauft werden. (OFDb)
Da der Film nie den Bekanntheitsgrad anderer Werke von Mark L. Lester erreichte, zählt die originale VHS heute eher zu den Geheimtipps unter Fans kompromissloser Polizeithriller.
RSF-Fazit
Extreme Justice gehört zu den ernsteren Actionfilmen der frühen 1990er-Jahre. Statt auf reine Explosionen und Schießereien zu setzen, stellt Regisseur Mark L. Lester die Frage, wie weit der Staat im Kampf gegen das Verbrechen gehen darf. Die Grenze zwischen Gesetzeshütern und Verbrechern verschwimmt zunehmend, wodurch der Film auch heute noch überraschend aktuell wirkt.
Mit seiner starken Besetzung, der düsteren Atmosphäre und dem realitätsnahen Hintergrund hebt sich Extreme Justice angenehm von vielen anderen Videothekenproduktionen seiner Zeit ab. Für Sammler klassischer Actionfilme ist die deutsche VHS zudem wegen ihrer damaligen Indizierung und der markanten Hartbox eine interessante Veröffentlichung aus der Blütezeit des VHS-Marktes.
WERT: 1-5€