Lady Avenger (1988) – BRD VHS – VIDEO NEWS – WENDECOVER

Rachefeldzug einer Frau gegen ein brutales Verbrechersyndikat

Mit Lady Avenger inszenierte David DeCoteau einen kompromisslosen Actionfilm, der die damals populären Selbstjustiz- und Rachefilme der 1980er-Jahre aufgreift. Bevor DeCoteau vor allem durch seine Horrorfilme und zahlreiche Direct-to-Video-Produktionen bekannt wurde, drehte er mehrere harte Action- und Exploitationfilme für den internationalen Videomarkt. Lady Avenger gehört zu diesen frühen Arbeiten und verbindet klassische Vigilanten-Action mit Elementen des Frauen-Actionkinos. In Deutschland entwickelte sich der Film durch seine Indizierung und die markante VHS-Veröffentlichung schnell zu einem begehrten Videotheken-Titel.

Handlung

Die junge Candy führt zunächst ein unbeschwertes Leben, bis sie Opfer eines brutalen Verbrechens wird. Eine skrupellose Gang überfällt sie, misshandelt sie schwer und zerstört ihr bisheriges Leben innerhalb weniger Stunden. Da Polizei und Justiz gegen die Verantwortlichen machtlos erscheinen oder kein ernsthaftes Interesse an einer Aufklärung zeigen, fasst Candy einen folgenschweren Entschluss: Sie nimmt das Gesetz selbst in die Hand. Mit Unterstützung eines ehemaligen Kampfsportexperten beginnt sie eine harte Ausbildung und verwandelt sich Schritt für Schritt in eine gefährliche Kämpferin. Bewaffnet mit ihren neuen Fähigkeiten startet sie einen kompromisslosen Feldzug gegen das Verbrechersyndikat. Einer nach dem anderen wird zur Strecke gebracht, bis schließlich der Drahtzieher der Organisation selbst ins Visier der „Lady Avenger“ gerät.

Filminformationen

  • Deutscher Titel: Lady Avenger
  • Originaltitel: Lady Avenger
  • Herstellungsland: USA 1988
  • Regie: David DeCoteau
  • Genre: Action, Thriller, Rachefilm
  • Besetzung

Zu den Darstellern gehören mehrere bekannte Gesichter des amerikanischen B-Actionkinos:

  • Peggy McIntaggart als Candy
  • John Martin
  • Frank Stallone
  • William Butler
  • Michelle Bauer

Besonders Frank Stallone, der Bruder von Sylvester Stallone, war in den 1980er-Jahren regelmäßig in Action- und Independentproduktionen zu sehen. Auch Michelle Bauer, eine Ikone des amerikanischen B-Horror- und Exploitationfilms, gehört zur Besetzung und arbeitete mehrfach mit David DeCoteau zusammen.

Hintergrund

Regisseur David DeCoteau begann seine Karriere in den 1980er-Jahren bei Roger Corman und entwickelte sich schnell zu einem der produktivsten Independent-Regisseure Hollywoods. Während er später vor allem Horrorfilme wie die Puppet Master-Reihe oder zahlreiche Full-Moon-Produktionen inszenierte, entstanden zu Beginn seiner Laufbahn mehrere Actionfilme für den boomenden Videothekenmarkt. Lady Avenger orientiert sich deutlich an erfolgreichen Selbstjustizfilmen wie Ein Mann sieht rot (Death Wish) oder Sudden Impact, überträgt deren Grundidee jedoch auf eine weibliche Hauptfigur. Gleichzeitig greift der Film Motive der sogenannten „Rape-and-Revenge“-Filme auf, verzichtet jedoch weitgehend auf übertriebene Exploitation und konzentriert sich stärker auf den anschließenden Rachefeldzug.

Die deutsche VHS

Die deutsche VHS erschien bei EVC Video News.

  1. FSK: 18
  2. Laufzeit: 78:40 Minuten (75:37 Minuten ohne Abspann)
  3. Bildformat: 1,33:1
  4. Ton: Deutsch (Mono)
  5. TV-Norm: PAL
  6. Große Klappbox mit Wendecover
  7. Bestellnummer: 110
  8. Falsche Laufzeitangabe auf dem Cover (ca. 90 Minuten)

Die deutsche VHS erschien nicht vollständiBekannt sind insgesamt vier Zensurschnitte mit einer Gesamtlänge von rund 46 Sekunden. Dabei wurden überwiegend härtere Gewaltmomente gekürzt, um die Chancen auf eine Freigabe zu erhöhen. Trotz der Kürzungen erhielt der Film eine FSK-18-Freigabe.

Indizierung

Ungeachtet der vorgenommenen Schnitte wurde Lady Avenger bereits kurz nach seiner Veröffentlichung indiziert.

Die Aufnahme in den Index erfolgte mit Entscheidung Nr. 3476 (V) vom 9. Februar 1989 und wurde im Bundesanzeiger Nr. 41 vom 28. Februar 1989 veröffentlicht.

Nach Ablauf der gesetzlichen Frist wurde der Film mit Entscheidung Nr. 5991 vom 7. November 2013 gemäß § 18 Abs. 7 JuSchG wieder aus dem Index gestrichen. Die Listenstreichung erschien am 31. Januar 2014 im Bundesanzeiger.

RSF-Fazit

Lady Avenger ist ein typischer Vertreter des amerikanischen Direct-to-Video-Actionkinos der späten 1980er-Jahre. Der Film setzt weniger auf große Schauwerte als auf eine geradlinige Rachegeschichte, handgemachte Action und das damals äußerst beliebte Motiv der Selbstjustiz. Auch wenn die Inszenierung vergleichsweise schlicht ausfällt, sorgt David DeCoteau für ein hohes Erzähltempo und liefert solide Videothekenunterhaltung.

Für Fans klassischer B-Actionfilme ist Lady Avenger ein interessantes Zeitdokument einer Ära, in der solche Produktionen fester Bestandteil nahezu jeder Videothek waren. Für VHS-Sammler besitzt insbesondere die deutsche EVC Video News-Klappbox einen besonderen Stellenwert. Die ehemalige Indizierung, das seltene Wendecover und die gekürzte Erstauflage machen sie heute zu einer gesuchten Veröffentlichung aus der Blütezeit des deutschen VHS-Marktes.