DUST DEVIL – BRD VHS – HIGHLIGHT VIDEO – WENDECOVER – PRESSEKASSETTE

Dust Devil (1992) – Mystischer Horror zwischen Road Movie und Western

Mit Dust Devil schuf Regisseur Richard Stanley einen außergewöhnlichen Horrorfilm, der sich bewusst von den typischen Genreproduktionen der frühen 1990er-Jahre abhebt. Statt auf permanente Schockeffekte setzt der Film auf eine hypnotische Atmosphäre, afrikanische Mythologie und eindrucksvolle Bilder der Namib-Wüste. Das Ergebnis ist eine ungewöhnliche Mischung aus Horrorfilm, Road Movie, Mystery und modernem Western, die sich im Laufe der Jahre zu einem echten Kultfilm entwickelt hat.

Irgendwo in der endlosen Weite der Namib-Wüste treibt ein geheimnisvoller Fremder sein Unwesen. Er erscheint als freundlicher Anhalter, besitzt jedoch übernatürliche Kräfte. Seine Opfer – meist einsame oder verzweifelte Frauen – verfallen seiner mystischen Ausstrahlung. Nach einer gemeinsamen Nacht folgt jedoch stets der grausame Tod. Der mysteriöse Wanderer ist weit mehr als nur ein Serienmörder. Nach dem Glauben der Einheimischen handelt es sich um einen uralten Dämon, einen sogenannten Dust Devil, der durch rituelle Morde die Seelen seiner Opfer sammelt und daraus seine Kraft bezieht. Als die junge Wendy Robinson, die selbst vor ihrer gescheiterten Ehe flieht, den Fremden mitnimmt, gerät auch sie in seinen Bann. Erst allmählich erkennt sie, wem sie begegnet ist. Gemeinsam mit dem erfahrenen Polizisten Ben Mukurob, der den Dämon seit Jahren verfolgt, beginnt ein verzweifelter Kampf gegen das übernatürliche Wesen. Das Finale führt tief in die endlose Wüstenlandschaft Namibias, wo Mythos und Realität miteinander verschmelzen.

Filminformationen

  • Originaltitel: Dust Devil
  • Herstellungsland: Großbritannien 1992
  • Regie: Richard Stanley
  • Genre: Horror, Mystery, Thriller, Road Movie, Western

Die Besetzung

  • Robert John Burke als Dust Devil (in vielen Veröffentlichungen als Robert Burke geführt)
  • Chelsea Field als Wendy Robinson
  • Zakes Mokae als Sergeant Ben Mukurob
  • William Hootkins als Captain Beyman
  • Marianne Sägebrecht als Dr. Leidzinger
  • John Matshikiza als Joe Niemand

Hintergrund

Dust Devil entstand nach Richard Stanleys erfolgreichem Debüt Hardware MARK 13. Die Idee zum Film geht auf einen Traum zurück, den Stanley während seiner Zeit an der Filmhochschule in Kapstadt hatte. Gedreht wurde fast vollständig in der spektakulären Landschaft Namibias. Während der siebenwöchigen Dreharbeiten sorgte der feine Wüstensand sogar dafür, dass insgesamt 16 Fahrzeuge unbrauchbar wurden.

Besonders bekannt wurde der Film durch seine problematische Produktionsgeschichte. Stanleys ursprünglicher Director’s Cut war rund 120 Minuten lang. Der amerikanische Verleih Miramax war mit dieser Fassung jedoch unzufrieden und kürzte den Film ohne Beteiligung des Regisseurs drastisch auf etwa 87 Minuten. Dabei wurden zahlreiche übernatürliche Elemente entfernt, wodurch der Film deutlich an Atmosphäre verlor. Erst viele Jahre später gelang es Richard Stanley, das Originalmaterial wiederzufinden und mit dem Final Cut seine ursprünglich geplante Version fertigzustellen. Diese gilt heute als die definitive Fassung des Films.

Die deutsche VHS

Die deutsche VHS erschien bei Highlight Video mit folgenden technischen Daten:

  • FSK: 18
  • Laufzeit: 86:28 Minuten (80:35 Minuten ohne Abspann)
  • Bildformat: 1,33:1
  • Ton: Deutsch Stereo

Vor dem Hauptfilm befanden sich Trailer zu:

  • Hellraiser III
  • Lethal Fighter
  • Eine Familie zum Knutschen in Manhattan
  • Iron Heart
  • Sway
  • Maniac Cop 3
  • Too Beautiful to Die
  • Blackbelt
  • Sidekicks

Indizierung

Auch Dust Devil blieb in Deutschland nicht von einer Indizierung verschont. Die VHS-Veröffentlichung wurde am 31. August 1993 in den Index der Bundesprüfstelle aufgenommen. Nach Ablauf der gesetzlichen Frist erfolgte am 16. August 2018 die Listenstreichung. Seitdem darf der Film wieder frei beworben und verkauft werden.

RSF-Fazit

Dust Devil ist kein typischer Splatterfilm und auch kein gewöhnlicher Serienkiller-Thriller. Richard Stanley verbindet afrikanische Mythologie, übernatürlichen Horror und die Bildsprache klassischer Italowestern zu einem außergewöhnlichen Genrefilm. Gerade die beeindruckenden Aufnahmen der Namib-Wüste, der eindringliche Soundtrack von Simon Boswell und die fast traumartige Inszenierung verleihen dem Film eine ganz eigene Atmosphäre.

Die ursprünglichen Kürzungen schadeten dem Film zwar erheblich, doch mit dem später veröffentlichten Final Cut lässt sich Stanleys ursprüngliche Vision heute endlich erleben. Für Fans ungewöhnlicher Horrorfilme und Sammler klassischer VHS-Veröffentlichungen gehört Dust Devil zweifellos zu den interessantesten Genreproduktionen der frühen 1990er-Jahre.

Braindead – GB VHS – PolyGramVideo – WENDECOVER

Braindead (1992) Peter Jacksons blutiger Kultklassiker

Mit Braindead schuf Peter Jackson im Jahr 1992 einen Film, der bis heute als einer der blutigsten und zugleich unterhaltsamsten Zombiefilme aller Zeiten gilt. Die neuseeländische Splatter-Komödie verbindet rabenschwarzen Humor mit übertriebenen Gore-Effekten und entwickelte sich schnell zu einem echten Kultfilm.

Die Handlung

In den 1950er auf der geheimnisvollen Skull Island (haha bei KING KONG merkt ihr oder), wo eine bis dahin unbekannte Kreatur entdeckt wird der Rattenaffe. Das bizarre Wesen wird nach Neuseeland gebracht und in einem Zoo ausgestellt.

Dort besucht der schüchterne Lionel Cosgrove gemeinsam mit seiner großen Liebe Paquita Maria Sanchez den Zoo. Was beide nicht wissen: Lionels überfürsorgliche und herrschsüchtige Mutter verfolgt die beiden heimlich. Während sie sich versteckt, wird sie von dem Rattenaffen gebissen. Kurz darauf beginnt sie sich langsam in einen fleischhungrigen Zombie zu verwandeln.

Aus Angst vor den Konsequenzen versucht Lionel, die Situation zu vertuschen. Er sperrt seine Mutter und später alle weiteren Infizierten im Keller ein und versucht, den Alltag möglichst normal weiterzuführen. Doch die Zahl der Zombies wächst unaufhaltsam und spätestens als sein geldgieriger Onkel Les auftaucht, gerät die Situation völlig außer Kontrolle. Es folgt ein wahres Splatter-Feuerwerk, das in einem der legendärsten Finales der Filmgeschichte gipfelt.

Filminformationen

  • Originaltitel: Braindead
  • Alternativtitel:
    • Braindead – Der Zombie-Rasenmähermann
    • Dead Alive
    • Braindead – Tu Madre se ha Comido a mi Perro
    • Splatters – Gli Schizzacervelli
  • Herstellungsland: Neuseeland
  • Erscheinungsjahr: 1992
  • Regie: Peter Jackson

RSFuk501-Randnotiz

Ich selbst habe Braindead Anfang der 1990er-Jahre im Kino gesehen. Bereits damals beschäftigte ich mich intensiv mit Filmfassungen, Schnittberichten und Online-Filmdatenbanken. Deshalb kann ich mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die damals in Deutschland gezeigte Kinofassung spürbar länger war als die spätere deutsche Videoveröffentlichung.

Dennoch war auch die deutsche Kinofassung nicht vollständig ungekürzt. Im Vergleich zu internationalen Fassungen fehlten bereits im Kino einige Gewaltszenen. Für deutsche Sammler und Fans war es deshalb lange Zeit nahezu unmöglich, den Film in seiner vollständigen Originalfassung legal zu sehen.

Gerade Braindead ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark Horrorfilme Anfang der 1990er-Jahre in Deutschland gekürzt wurden. Während internationale Fassungen Peter Jacksons kompromisslose Splatter-Inszenierung vollständig zeigten, erschienen hierzulande zunächst nur deutlich entschärfte Versionen. Erst viele Jahre später wurden ungekürzte Fassungen für Sammler verfügbar.

Für Freunde des klassischen Splatterfilms zählt Braindead bis heute zu den absoluten Meilensteinen des Genres und gilt als eines der eindrucksvollsten Frühwerke des späteren Der Herr der Ringe-Regisseurs Peter Jackson. Hier sollte man auch schon erkennen können wie es dazu kam das PJ später auch KING KONG verfilmt