Gefangene im Weltraum (1986) – BRD VHS – HIGHLIGHT VIDE – WENDECOVER
Frauenknast trifft Science-Fiction
Mit Gefangene im Weltraum erschien in Deutschland ein typischer Vertreter des Science-Fiction-Exploitationkinos der 1980er-Jahre. Hinter dem Film verbirgt sich die US-Produktion Prison Ship, die international unter zahlreichen Titeln wie Star Slammer, Prison Ship Star Slammer oder The Adventures of Taura: Prison Ship Star Slammer veröffentlicht wurde. Regisseur Fred Olen Ray, bekannt für zahlreiche B-Movies aus den Bereichen Horror und Science-Fiction, kombinierte hier Elemente klassischer Frauenknastfilme mit Weltraumabenteuer, Action und einer gehörigen Portion Humor. Heute zählt der Film zu den kultigsten Low-Budget-Science-Fiction-Produktionen seiner Zeit.
Die Handlung
In einer fernen Galaxis wird die junge Taura Opfer einer politischen Intrige. Obwohl sie unschuldig ist, wird sie des Mordes beschuldigt und auf das berüchtigte Gefängnisraumschiff Star Slammer deportiert. An Bord herrschen brutale Zustände. Sadistische Aufseherinnen unterdrücken die Gefangenen mit eiserner Hand, Gewalt und Demütigungen gehören zum Alltag. Schnell wird Taura klar, dass ihre Verurteilung Teil eines größeren Komplotts ist. Hinter allem steckt der machtgierige galaktische Steuereintreiber Bantor, der seine Gegner systematisch ausschalten lässt. Nach einer spektakulären Flucht schließt sich Taura mit anderen Verbündeten zusammen und organisiert den Widerstand gegen Bantors Regime. Es beginnt ein actionreicher Kampf gegen Unterdrückung und Tyrannei, der schließlich in einer entscheidenden Konfrontation endet.
Filminformationen
- Deutscher Titel: Gefangene im Weltraum
- Originaltitel: Prison Ship
- Weitere Titel: Star Slammer, Prison Ship Star Slammer, Starslammer, Prison Ship: 2005, The Adventures of Taura: Prison Ship Star Slammer
- Herstellungsland: USA 1986
- Regie: Fred Olen Ray
- Genre: Science-Fiction, Action, Abenteuer
Die Besetzung
Der Film versammelt zahlreiche bekannte Gesichter des amerikanischen B-Movie-Kinos:
- Sandy Brooke als Taura
- Susan Stokey als Bantor
- Ross Hagen als Commissioner Anvil
- Dawn Wildsmith als Stryker
- Richard Haines
- Aldo Ray
- John Carradine als Supreme Commander
- Sybil Danning als Anführerin der Amazonen (Gastauftritt)
Gerade John Carradine und Sybil Danning sorgten damals für zusätzliche Aufmerksamkeit, obwohl ihre Rollen vergleichsweise klein ausfallen.
Hintergrund
Regisseur Fred Olen Ray drehte den Film mit einem äußerst begrenzten Budget. Viele Kulissen stammen aus anderen Science-Fiction-Produktionen und wurden mehrfach wiederverwendet – eine typische Arbeitsweise zahlreicher Independent-Produktionen der 1980er-Jahre. Der Film orientiert sich unverkennbar an erfolgreichen Vorbildern wie Star Wars, Battle Beyond the Stars oder den damals populären Frauengefängnisfilmen. Statt auf aufwendige Spezialeffekte setzte Ray auf fantasievolle Kostüme, Miniaturmodelle, einfache Tricktechnik und einen hohen Unterhaltungswert. Im Laufe der Jahre entwickelte sich Star Slammer zu einem echten Kultfilm innerhalb der internationalen B-Movie-Szene. Gerade Fans von Roger-Corman-Produktionen und klassischem Exploitation-Kino schätzen den Film wegen seiner charmanten Low-Budget-Atmosphäre und seines hohen Trash-Faktors.
Die deutsche VHS erschien bei Highlight Video.
Technische Daten:
- FSK: 18
- Laufzeit: 85:58 Minuten (83:04 Minuten ohne Abspann)
- Bildformat: 1,33:1
- Ton: Deutsch Mono
- TV-Norm: PAL
- Bestellnummer: 6666
Trailer vor dem Hauptfilm:
- Helden USA
- Grotesque
- Big Harry
- Eat the Rich
Die Laufzeit wurde auf dem Cover mit 84 Minuten angegeben.
Indizierung
Die deutsche VHS wurde am 31. März 1989 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert und durfte anschließend nicht mehr öffentlich beworben oder frei an Jugendliche verkauft werden.
Nach Ablauf der gesetzlichen Frist wurde der Titel am 12. Februar 2014 gemäß § 18 Abs. 7 JuSchG wieder aus dem Index gestrichen. Die Listenstreichung wurde am 28. Februar 2014 im Bundesanzeiger veröffentlicht.
RSF-Fazit
Gefangene im Weltraum ist ein Paradebeispiel für das amerikanische Science-Fiction-B-Kino der 1980er-Jahre. Der Film vereint Frauenknast-Exploitation, Weltraumabenteuer, Action und eine gehörige Portion Selbstironie zu einem unterhaltsamen Genre-Mix, der nie den Anspruch erhebt, großes Kino zu sein.
Gerade diese Mischung aus improvisierten Spezialeffekten, skurrilen Figuren, bekannten B-Movie-Gesichtern und einer charmanten Low-Budget-Inszenierung hat Star Slammer im Laufe der Jahre zu einem echten Kultfilm werden lassen. Für Fans des klassischen Videothekenkinos und Sammler deutscher Hartboxen ist Gefangene im Weltraum deshalb weit mehr als nur ein weiterer Science-Fiction-Film – er ist ein typischer Vertreter jener Ära, in der kreative Ideen oft wichtiger waren als ein großes Budget.