Hemoglobin (1997) – BRD VHS – HIGHLIGHT VIDEO – WENDECOVER

Hemoglobin

Düsterer Horror nach H. P. Lovecraft

Mit Bleeders verfilmte Regisseur Peter Svatek 1997 frei die berühmte Kurzgeschichte „The Lurking Fear“ von H. P. Lovecraft. Der Film verbindet Body Horror, Creature-Feature und Mystery zu einer düsteren Mischung, die stark von den Werken Lovecrafts geprägt ist. Statt auf schnelle Schockeffekte setzt Bleeders auf eine bedrückende Atmosphäre, groteske Kreaturen und den schleichenden Verfall einer isolierten Gemeinschaft. Heute gilt der Film unter Horrorfans als Geheimtipp der späten 1990er-Jahre.

Handlung

Ein schweres Unwetter führt den an einer rätselhaften Blutkrankheit leidenden John Strauss gemeinsam mit seiner Ehefrau Kathleen auf eine abgelegene Insel vor der amerikanischen Küste. Dort lebt ein entfernter Verwandter, von dem sich John Hinweise auf die Ursache seiner Erkrankung und vielleicht sogar eine Heilung erhofft. Schon kurz nach ihrer Ankunft erleidet John einen heftigen Anfall. Die Inselbewohner bringen ihn zu Dr. Marlowe, der bei seiner Untersuchung eine ungewöhnliche Besonderheit feststellt: John besitzt zwei unterschiedlich gefärbte Augen eines blau, eines braun. Für den Arzt ist dies ein alarmierendes Zeichen. Er fordert das Ehepaar eindringlich auf, die Insel sofort zu verlassen. Doch die Flucht kommt zu spät. Immer mehr verstörende Ereignisse häufen sich. Menschen verschwinden spurlos, aus unterirdischen Tunneln dringen unheimliche Geräusche, und die Bewohner verhalten sich zunehmend seltsam. Nach und nach entdecken John und Kathleen das schreckliche Geheimnis der Insel: Tief unter der Erde lebt eine degenerierte Kreaturenrasse, die seit Generationen im Verborgenen existiert. Johns Krankheit ist untrennbar mit dieser grauenvollen Familiengeschichte verbunden.

Filminformationen

  • Originaltitel: Bleeders
  • Weitere Titel: The Descendant, Hämoglobin, Hemoglobin – Creature Dell’Inferno
  • Herstellungsland: Kanada / USA 1997
  • Regie: Peter Svatek
  • Drehbuch: Dan O’Bannon, Peter Svatek
  • Genre: Horror, Mystery, Science-Fiction

Die Besetzung

  • Roy Dupuis als John Strauss
  • Kristin Lehman als Kathleen Strauss
  • Rutger Hauer als Dr. Marlowe
  • Michael Ironside als Hank Gordon
  • Len Cariou als Uncle Jimmy
  • Brenda James als Alice

Vor allem Rutger Hauer (Blade Runner, Ladyhawke) und Michael Ironside (Scanners, Total Recall, Starship Troopers) verleihen dem Film zusätzliche Präsenz und gehören zu den bekanntesten Namen der Produktion.

Hintergrund

Die Handlung basiert lose auf H. P. Lovecrafts Kurzgeschichte „The Lurking Fear“ aus dem Jahr 1923. Während viele Elemente der literarischen Vorlage übernommen wurden, verlagert der Film die Geschichte in die Gegenwart und ergänzt sie um medizinische und genetische Aspekte.

Das Drehbuch stammt unter anderem von Dan O’Bannon, der als Autor von Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt, Return of the Living Dead und Lifeforce zu den einflussreichsten Autoren des modernen Horror- und Science-Fiction-Kinos zählt. Seine Handschrift zeigt sich insbesondere in der Verbindung aus körperlichem Horror, düsterer Atmosphäre und wissenschaftlichen Erklärungsansätzen.

Die aufwendig gestalteten Kreaturen wurden überwiegend mit klassischen Masken, Animatronics und Make-up-Effekten realisiert. Dadurch wirkt Bleeders auch heute noch deutlich greifbarer als viele vergleichbare Produktionen der damaligen Zeit, die bereits verstärkt auf frühe Computereffekte setzten.

Atmosphäre und Inszenierung

Die abgelegene Insel mit ihren verfallenen Häusern, dunklen Höhlensystemen und endlosen Tunneln erzeugt von Beginn an eine beklemmende Stimmung. Peter Svatek orientiert sich deutlich am klassischen Gothic-Horror und verbindet diesen mit Lovecrafts kosmischem Grauen sowie Elementen des Creature-Horrors. Statt auf permanentes Blutvergießen setzt der Film auf Spannung, Isolation und die schrittweise Enthüllung eines uralten Familiengeheimnisses. Gerade diese langsame Erzählweise macht einen großen Teil seines Reizes aus.

Die deutsche VHS

Die Veröffentlichung erhielt eine FSK-18-Freigabe und gehörte zu den interessanteren Creature-Horror-Titeln dieser Zeit.

RSF-Fazit

Bleeders gehört zu den unterschätzten Horrorfilmen der späten 1990er-Jahre. Die gelungene Verbindung aus Lovecraft-Mythologie, Body Horror und Creature-Feature sorgt für eine dichte Atmosphäre, die sich deutlich von den damals populären Teenie-Slashern unterscheidet. Unterstützt von starken Darstellern wie Rutger Hauer und Michael Ironside, entwickelt sich der Film zu einem spannenden Mystery-Horror mit ungewöhnlicher Geschichte und überzeugenden praktischen Spezialeffekten.

Für Fans klassischer Monsterfilme, Lovecraft-Verfilmungen und des atmosphärischen Horrorfilms ist Bleeders eine klare Empfehlung. Auch unter VHS-Sammlern besitzt die deutsche Veröffentlichung ihren Reiz, da sie an eine Zeit erinnert, in der ungewöhnliche Genrefilme noch regelmäßig ihren Weg in die Videotheken fanden und dort oft erst Jahre später ihren verdienten Kultstatus erreichten.

Dobermann – BRD VHS – BMG VIDEO – WENDECOVER

Dobermann (1997) – Französischer Kult-Actionfilm der Extraklasse

Mit Dobermann schuf Regisseur Jan Kounen 1997 einen der kompromisslosesten und prägendsten europäischen Actionfilme der 1990er-Jahre. Der Film verbindet Verfolgungsjagden, Schießereien und rabenschwarzen Humor mit einer comicartigen Bildsprache und entwickelte sich schnell zu einem internationalen Kultfilm. Als Vorlage diente die erfolgreiche französische Romanreihe „Le Dobermann“ von Joël Houssin. (Wikipedia)

Die Handlung

Paris wird von einer Serie perfekt geplanter Banküberfälle erschüttert. Verantwortlich dafür ist Yann Le Pentrec, besser bekannt als „Dobermann“. Gemeinsam mit seiner schillernden Gang führt er einen spektakulären Coup nach dem anderen durch.Zu seiner Truppe gehören unter anderem seine taube Lebensgefährtin Nat, eine Expertin für Sprengstoff, der stets bewaffnete Moustique, der unberechenbare Pitbull sowie der ehemalige Priester Lefèvre, der unter seiner Soutane Handgranaten versteckt und Bibelzitate mit brutaler Gewalt kombiniert. Auf der anderen Seite steht der ebenso skrupellose wie sadistische Polizeikommissar Sauveur Christini. Für ihn spielen Gesetze oder Moral keine Rolle. Sein einziges Ziel besteht darin, Dobermann und seine Gang um jeden Preis auszuschalten. Es beginnt ein gnadenloses Katz-und-Maus-Spiel, bei dem beide Seiten immer brutaler vorgehen und Paris zum Schauplatz eines regelrechten Straßenkriegs wird.

Filminformationen

  • Originaltitel: Dobermann
  • Herstellungsland: Frankreich 1997
  • Regie: Jan Kounen
  • Laufzeit: ca. 103 Minuten
  • Genre: Action,

Die Besetzung

Der Film ist hochkarätig besetzt und trug wesentlich dazu bei, den internationalen Bekanntheitsgrad seiner Hauptdarsteller weiter zu steigern.

  • Vincent Cassel – Yann Le Pentrec alias „Dobermann“
  • Monica Bellucci – Nathalie „Nat“
  • Tchéky Karyo – Inspektor Sauveur Christini
  • Antoine Basler – Moustique
  • Dominique Bettenfeld – Der Priester
  • Chick Ortega – Pitbull
  • Romain Duris – Manu

Hintergrund

Dobermann war der erste Spielfilm von Jan Kounen und gilt heute als einer der stilprägendsten europäischen Actionfilme der 1990er-Jahre. Seine extrem dynamische Kameraführung, die schnellen Schnitte, überzeichnete Figuren und der kompromisslose Gewalteinsatz erinnerten viele Zuschauer an einen lebendig gewordenen Comic. Tatsächlich basiert der Film auf der Romanserie „Le Dobermann“ von Joël Houssin.

Bemerkenswert ist auch die damalige Besetzung: Vincent Cassel und Monica Bellucci, die später auch privat ein Paar wurden, standen hier gemeinsam vor der Kamera. Ebenfalls hat Regisseur Gaspar Noé einen kurzen Cameo-Auftritt im Film. (IMDb)

Die deutsche VHS

  • FSK: 18
  • Bildformat: 2,35:1
  • TV-Norm: PAL
  • Ton: Deutsch Dolby Surround

Indizierung

Wie viele besonders harte Actionfilme der 1990er-Jahre geriet auch Dobermann ins Visier der Bundesprüfstelle.

Nach seiner Veröffentlichung auf Video wurde der Film am 31. Juli 1999 indiziert. Erst auf Antrag des Rechteinhabers wurde die Indizierung im Februar 2011 aufgehoben. Seit dem 15. April 2011 ist der Film in Deutschland wieder ungekürzt im regulären Handel erhältlich. (Wikipedia)

Besonderheit zur deutschen VHS

Zur Veröffentlichung der deutschen VHS-Fassungen existierte eine interessante Werbeaktion. Nach verschiedenen Quellen erhielten Videotheken beziehungsweise Händler abhängig von der jeweiligen Bestellmenge ein schwarzes Dobermann-Promo-T-Shirt, das häufig später unter Kunden verlost wurde.

Das Shirt war ausschließlich in Größe M erhältlich und zeigte:

  • auf der Vorderseite den gelben Dobermann-Schriftzug,
  • auf der Rückseite im Nackenbereich das charakteristische Hundelogo – ebenfalls in Gelb.

RSF-Fazit

Dobermann ist kein gewöhnlicher Actionfilm, sondern ein kompromissloses Stück europäisches Genrekino. Der Film verzichtet weitgehend auf klassische Helden oder moralische Grenzen und präsentiert stattdessen eine überdrehte, fast comicartige Gewaltorgie voller exzentrischer Figuren, spektakulärer Schießereien und einer enorm stylischen Inszenierung.

Gerade diese Machart machte Dobermann Ende der 1990er-Jahre zu einem kontrovers diskutierten Titel und führte schließlich auch zur Indizierung der deutschen Videoveröffentlichung. Heute genießt der Film unter Fans des europäischen Actionkinos längst Kultstatus und gehört für viele Sammler zu den wichtigsten französischen Genreproduktionen der 1990er-Jahre.